Ein Vitamin-D-Mangel ist TERATOGEN für die Nachkommen von Hühnern

Referat: Dr. Raimund von Helden, Verbraucherberatung VitaminDelta, 57368 Lennestadt referiert eine Originalarbeit von Bärbel Karb aus dem Jahre 1967. Titel: Mißbildungen und Gewebeschädigungen bei Hühnerembyonen als Folge einer Vitamin-D-Mangeldiät der Hennen.

2020-10-14

1) Fragestellung

  • Steht der Mangel an Vitamin D in einem Zusammenhang mit Missbildungen?
  • Sind Risikoschwangerschaften Folge eines  Vitamin-D-Mangels?
  • Gibt es hierzu Erkenntnisse aus der Tier-Forschung?
  • Wie lässt sich der Zusammenhang eines Vitamin-D-Mangels und Missbildungen erklären?

2) Methode

Eine tierexperimentelle Arbeit aus dem Jahre 1967 untersucht die Missbildungsrate bei Hühnerembryonen, die einem Vitamin-D-Mangel ausgesetzt sind. Dann wird in der Mangelgruppe kurzzeitig Vitamin D gegeben.

3) Ergebnisse

  • Hennen, die einem Mangel an Vitamin D ausgesetzt waren, hatten bei ihren Embryonen eine deutlich erhöhte Missbildungsrate (rote Punkte). Dies belegt der Vergleich zur normal ernährten Kontrollgruppe (grüne Punkte).
  • Eine kurzzeitige Unterbrechung des Vitamin D-Entzugs in der Mangelgruppe (grünes Rechteck) führte zu einer prompten Absenkung der Missbildungsrate. Das zeigen die fallenden grünen Linien.
  • Der fortgesetzte Mangel (zweites rotes Rechteck) führte zu einem erneuten Anstieg der Missbildungsrate. Das zeigen die roten Linien.

4) Folgerungen

  • Vitamin D ist wahrscheinlich das älteste Hormon in der Entwicklungsgeschichte der Arten. Daher hat Vitamin D bei jedem Wirbeltier und dem Menschen großen Einfluss.
  • Der Mechanismus, mit dem Vitamin D diese Macht ausübt, ist die Gen-Regulation. Vitamin D reguliert über spezielle Rezeptoren (VDR = Vitamin D-Rezeptor) den Zugriff auf die DNA des Zellkerns. Es wird geschätzt, dass das aktive Vitamin D bis zu 1000 Gene kontrollieren kann. Eine Studie aus dem Jahre 2019 von Prof. Michael Holick beweist jetzt diese damalige Schätzung. https://www.vitamindservice.de/Gene
  • Der Mangel an Vitamin D führte im Experiment zu einer erhöhten Rate an Missbildungen bei Hühnerembryonen. Es gibt einen biologischen Grund anzunehmen, dass ein Vitamin D-Mangel beim Menschen ähnlich nachteilige Folgen entwickeln kann. Die Rate der Missbildungen unter Vitamin-D-Gabe ging prompt zurück. Die Bestimmung des Vitamin D-Spiegels bei Schwangeren ist daher eine der wichtigsten Vorsorge-Untersuchungen, um eine Missbildung zu verhindern. Jede noch so seltene Erkrankung wird im Serum der Schwangeren gesucht. Vitamin D findet jedoch keine Berücksichtigung.
  • Jede Schwangere sollte daher Vitamin D erhalten, um dem Kind schwere Störungen zu ersparen. Risikoschwangerschaft und Vitamin-D-Mangel: eine bislang völlig ungenutzte Chance der Verhinderung von Folgeschäden. Der Vitamin D-Mangel, steigert vermutlich die Rate der Missbildungen enorm. 

Quellenangaben




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