BUCH: Die normale Ossification und die Erkrankungen des Knochensystems bei Rachitis und Hereditärer Syphilis (1885)

Die Pathogenese der RACHITIS

Autor:

Dr. Max Kassowitz

Aus dem Inhalt:

(...) Aber trotzdem schon aus diesen Angaben der Autoren mit Sicherheit zu entnehmen ist, dass die rachitischen Erscheiningen häufig schon in den ersten Lebensmonaten deutlich ausgeprägt sind, hat man dennoch bis jetzt nicht die richtige Vorstellung von der außerordentlichen Häufigkeit der frühzeitig entwickelten RACHITIS. Ich habe nämlich (...) längere Zeit hindurch (...) sämtliche Kinder unter 3 Jahren, welche aus irgendeinem Grunde vorgestellt wurden, ganz genau auf die rachitischen Veränderungen des Skeletts untersucht und alle darauf bezüglichen Beobachtungen genau notiert.
Zugleich habe ich aber zu statistischen Zwecken vier Intensitätsgrade der RACHITIS unterschieden und zwar nach folgenden Grundsätzen:

Erster Grad: Deutliche Schädelerweichung mässigen Grades. Deutliche Anschwellung der vorderen Rippenenden und der carpalen Enden der Vorderarmknochen.

Zweiter Grad: Hochgradige Craniotabes. Knopförmige Auftreibung an den vorderen Rippenenden und sehr auffällige Verdickung an den Diaphysenenden.  

Dritter Grad: Deutliche Formveränderungen des Schädels, des Thorax, der Wirbelsäule und an den Diaphysen der Extremitäten.

Vierter Grad: Biegsamkeit sämtlicher Knochen und bedeutende Gelenkschlaffheit. Infraktionen an den Rippen und an anderen Röhrenknochen. Hochgradige Verbildungen des Thorax, der Wirbelsäule und den Extremitäten.

(Seite 40 - 41)