HEFT: Knochenbrüchigkeit und Lähme - Osteomalacie und Rachitis (1867)

...mit besonderer Rücksicht auf die Krankheiten der Haustiere


Autor:
Dr. F. Roloff

  • Dozent für Tierheilkunde
  • ​am landwirtschaftlichen Institut in Halle



Auszug aus dem Inhalt:

Die Osteomalacie, von der Tierheilkunde Knochenbrüchigkeit genannt, gehört zu den wichtigeren und deshalb auch bekannten Krankheiten des Rindviehes. (...)
Sie ist von großer Bedeutung, weil sie nicht nur die Nutzung der Arbeits- und Milchtiere herabsetzt, sondern auch gewöhnlich mit dem Tode endet, wenn die Verhältnisse, welche dem Leiden zu Grunde liegen, nicht frühzeitig geändert werden. 
(...) Chemische Untersuchungen bestätigen, dass die Knochen, welche sich konstant nicht nur brüchiger, sondern auch weicher, nicht spröder, sondern auch vielmehr poröser, mürber und leichter zeigten, ärmer waren an Kalksalzen, als die entsprechenden Knochen von gesunden Tieren.
(...) Besonders in dem verflossenem Winter wurde in der Provinz Sachsen die Knochenbrüchigkeit vielfach in Viehbeständen beobachtet.

(Seite 1, 2, 4)

(...) Nach diesen Erörterungen dürfte es kaum noch zweifelhaft erscheinen, das die Lähme der jungen Tiere, d.h. die jenige Krankheit derselben, welche sich durch Steifigkeit, Gelenkschwellungen und Verkrümmungen der Knochen charakterisiert, die RACHITIS,  allein durch eine mangelnde Kalkzufuhr entsteht.
Die Rachitis und die Osteomalacie stimmen folglich in ihrem inneren Grunde vollkommen überein (...)
(Seite 69)