Hilft Vitamin D3 gegen Multiple Sklerose (MS)?


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Das Ärzteblatt bejubelt Vitamin D - und stellt gleichzeitig die therapeutische Kraft in Abrede:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63936#comment22828

Zitat: "Richards kommt zu dem Ergebnis, dass eine genetische Verminderung des Vitamin D um eine Standardabweichung einer Verdopplung des MS-Risikos gleichkommt (Odds Ratio 2,02; 1,65-2,46)."

Dann kommt die kalte Dusche für Vitamin D...

Zitat: "...zumal mehrere klinische Studien gezeigt haben, dass die Einnahme von Vitamin D die Zahl der Krankheitsschübe nicht senkt."

Meine Gegendarstellung:

Dr. von Helden
am Sonntag, 30. August 2015, 16:01

Vitamin D im Nebensatz als Therapeutikum der MS diskreditieren? ("...zumal...")

Die extrem teuren Therapien der MS haben ein Problem: Vitamin D hilft auch, ist nicht toxisch und für ein Taschengeld zu haben. Soll die ganze teure Genforschung und die Produktion synthetischer Arzneien "umsonst" gewesen sein? 

Der obige Beitrag versucht den berechtigten (!) Hype um das Vitamin D3 aufzugreifen. Immerhin handelt es sich um die Wiederentdeckung eines allgegenwärtigen Hormonsystems. Nicht nur die Motoneurone sind voll mit Vitamin-D-Rezeptoren.

Dann aber kommt eine versteckt platzierte Irreführung: "...zumal mehrere klinische Studien gezeigt haben, dass die Einnahme von Vitamin D die Zahl der Krankheitsschübe nicht senkt."

Ich sage: Doch, es senkt die Zahl der Krankheitsschübe und kann die Biochemie der Erkrankung günstig beeinflussen! Einige Quellen dazu:
  • significant changes (PMID: 26198928)
  • significant effect number of relapse events (PMID: 26056550)
  • role in activity and progression (PMID: 26037400)
  • role of vitamin D in the pathogenesis, activity and progression of MS (PMID: 26037400)


Etwa 30 weitere Studien sind unterwegs: https://clinicaltrials.gov

Fazit:

Die Logik sagt uns: Selbst wenn nicht alle Studien mit Vitamin D gegen MS erfolgreich sein sollten, so ist es dennoch die ideale Basistherapie der Multiplen Sklerose. Ungünstig verlaufende Studien sind in ihrem Versagen oft vorhersehbar: meist ohne Kontrolle des Vitamin-D-Spiegels und unterdosiert. Eine Systematik dazu gibt es hier: https://www.vitamindservice.de/node/416

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