Kann Vitamin D meiner Niere schaden ? Der "Raketen-Test"


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Eine Studie an Freiwilligen mit durchschnittlich 60 kg Körpergewicht hat aufgezeichnet, was mit der Nierenfunktion passiert, wenn man 300 000 Einheiten Vitamin D auf einen Schlag gibt:

Das, was in dieser Studie gemacht wird, ist keineswegs meine eigene Empfehlung!

Das Konzept der Studie erinnert eher an einen Raketen-Test. Nicht verwunderlich, dass diese Studie in China, nämlich in Shanghai an gesunden jungen Männern und Frauen durchgeführt wurde. 

Was geschah, kann man auf der linken Seite in einer Art Flugkurve ablesen: Vitamin D wurde mit einer einzelnen Dosis von 20 ng/ml auf 70 ng/ml "hochgeschossen". Dann wurde weiter beobachtet. Die Kurve zeigt mit einer roten Linie, dass nach etwas mehr als einem Monat der Bereich der Unterversorgung wieder erreicht wurde: weniger als 40 ng/ml.
  • Die obere Grafik zeigt, dass die Nierenleistung - gemessen als Kreatinin - im gesamten Zeitraum des "Fluges" unbeeinflusst bleibt.
  • Beim Eintritt in die Zone oberhalb von 40 ng/ml ergibt sich keine Verschlechterung, das wäre ein steigender Kreatinin-Wert gewesen.
  • Bei der Rückkehr in diese graue Zone mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel kommt es allenfalls zu einem kleinen Hüpfer beim Kreatinin-Wert
  • Fast scheint es am Ende der Studie, als ob die Nieren "traurig" wären, dass die gute Zeit der Versorgung vorbei ist.

Fazit:

Die Dosis von 300 000 Einheiten stört keineswegs die Leistung der Nieren.



Was gemacht wurde, kann man auf der linken Seite in der Flugkurve ablesen: Vitamin D wurde mit einer einzelnen Dosis von 20 ng/ml auf 70 ng/ml "hochgeschossen". Die Kurve zeigt mit einer roten Linie, dass nach etwas mehr als einem Monat der Bereich der Unterversorgung wieder erreicht wurde: weniger als 40 ng/ml.

Warum wird überhaupt eine Schädigung der Niere durch Vitamin D diskutiert?

Das ist die Befürchtung: Wenn es tatsächlich zu einem Anstieg des Calciums im Serum käme, dann könnten die Nierenwerte tatsächlich ansteigen und so einen Schaden dokumentieren. Die gefürchteten "Zähne des Vitamin D" wäre also ein erhöhter Spiegel des Calcium im Serum.

Daher ist es nur logisch, dass man den Serum-Calcium-Wert bestimmt, um diese Gefahr zu beobachten.
  • Die zweite Grafik zeigt, dass das Calcium im gesamten Zeitraum des "Fluges" unbeeinflusst bleibt.
  • Beim Eintritt in die Zone oberhalb von 40 ng/ml ergibt sich keine Verschlechterung, das wäre ein steigender Calcium-Wert gewesen.
  • Vor der Rückkehr in die graue Zone mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel kommt es allenfalls zu einem kleinen Hüpfer beim Calcium-Wert
  • Eine Steigerung des Calcium wurde im gesamten Flug nicht beobachtet. Das wäre ein Anstieg über 2,90 mmol/L gewesen.

Fazit:

  • Wer Angst um seine Niere hat, der sollte prüfen, ob das Calcium im Serum über 2,90 mmol/L ansteigt.
  • Wenn das nicht passiert, dann hat Vitamin D einen Freispruch erster Klasse.
  • Hier wurde ein solcher Freispruch von Nieren-Schädlichkeit in einer wissenschaftlichen Studie dokumentiert:
  • Vitamin D steigert nicht das Calcium und kann daher auch nicht das Kreatinin steigern.

Besser:

Was man besser machen sollte:
  • den Vitamin-D-Spiegel sollte man innerhalb von 5 bis 10 Tagen hochsetzen, nicht auf einen Schlag
  • der Vorteil ist eine zuverlässigere Aufnahme in den Körper
  • danach sollte man eine konstante Erhaltungsdosis einnehmen, um den Wert zu halten.
  • Die Dosis für die Anfangs- und die Erhaltungstherapie sollte man nach Körpergewicht berechnen.

Der Vitamin-D-Rechner ( www.vitaminDrechner.de ) hilft zuverlässig.

Dr. med. Raimund von Helden, Hausarzt
 
Quelle der Studie:
Chen PZ et al.
Pharmacokinetics and effects of demographic factors on blood 25(OH)D3 levels after a single orally administered high dose of vitamin D3. 
Acta Pharmacol Sin. 2016 Nov;37(11):1509-1515. 
doi: 10.1038/aps.2016.82. PubMed PMID: 27569392;
PubMed Central PMCID: PMC5099415

 

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