HEFT: Die Wirkung von Vitamin D-Metaboliten und Metabolitkombinationen im prophylaktischen Fütterungsversuch an rachitischen Hühnerküken (1987)

Autor:

Josef B. Mohn

Inaugural - Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde 
 

Aus dem Inhalt: 

Schon Mitte des 17. Jahrhunderts, als mit dem Zeitalter der Aufklärung auch in der Medizin eine analytische Denkungsweise vorherrschend wurde, beschrieben Whistler, De Boot und Glisson unabhängig voneinander sehr genau die Symptome der RACHITIS bei Kleinkindern in den Städten.
Obwohl bereits 1822 der polnische Arzt Sniadecki auf den Wert des Sonnenlichtes bei Aufenthalt im Freien hingewiesen hatte, erreichte die RACHITIS eine verhängnisvolle Zunahme während der industriellen Revolution. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren an die 90 % der Kinder in den Großstädten an RACHITIS erkrankt. Bei Frauen, die in ihrer Kindheit an RACHITIS litten und deren Becken demzufolge oftmals verformt war, führte dies zu einer sehr hohen Sterblichkeitsrate für Mutter und Kind bei der Geburt (Holick 1983). Erst Mellanby erzielt 1918 einen großen Fortschritt, als er Hundewelpen, die an diätisch erzeugter RACHITIS litten, durch Verabreichung von Kabeljauleberöl heilen konnte. McCollum et. al. (1922) konnten zeigen, daß der antirachitische Faktor nicht, wie zuerst vermutet, Vitamin A, sondern ein anderes "Vitamin" war, das sie Vitamin D nannten.
Nachdem Hudschinsky 1919 RACHITIS bei Kindern durch Bestrahlung mit einer Quercksilberlampe und Hess und Unger 1921 durch Exposition von Sonnenlicht heilen konnten, war klar, dass auch das Sonnenlicht antirachitische Wirkungen haben musste (Norman 1984).

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