97-jährige überlebt COVID-19 trotz Risikofaktoren

Original Fallbericht aus der eigenen Praxis: Dr. med. Raimund von Helden, Verbraucherberatung VitaminDelta, 57368 Lennestadt

2020-04-10

1) Fragestellung

Welchen prognostischen Wert haben die Risikofaktoren der COVID-19-Krankheit:
hoher Blutdruck, Diabetes, Krankheiten an Herz, Lunge und Nieren? 

  • Können Menschen mit einer Fülle von Vorerkrankungen dem Schicksal die Stirn bieten?
  • Kann es sein, dass solche Faktoren nur Indikatoren für einen Vitamin-D-Mangel sind?
  • Je älter und kränker, um so weniger gehen die Menschen in die Sonne. 
  • Hier wird ein ungewöhnlicher Fallbericht präsentiert: Das Überleben einer 97 jährigen.

2) Methode

Fallbericht März- April 2020 zur Zeit der Pandemie.
Basisdaten: 

  • 97 Jahre, weiblich, 70 kg
  • Einnahme Vitamin D, 3 x 20000 Einheiten pro Woche, seit vielen Jahren
  • Vitamin-D-Spiegel zwischen 70 und 80 ng/ml
  • Infektion mit dem Coronavirus durch eine Pflegerin auf der Pflegestation.

Risikofaktoren, dokumentiert im Entlassungsbericht:

  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Nierenschwäche
  • diverse Herzklappenschäden
  • Herzinsuffizienz in Remission (Herzschwäche)
  • Herzinfarkt in der Vorgeschichte
  • Darmkrebs in der Vorgeschichte

Medikation vor der COVID-Erkrankung mit generischen Bezeichnungen:

  • Basal-Insulin 2 x 16 E
  • ASS 100 1x1
  • Bisoprolol 10 mg
  • Ramipril 10 mg
  • Furosemid 40 mg
  • Allopurional 300 mg
  • HCT 25 mg
  • Vitamin D 20 000 E. 3 pro Woche

weiter Details siehe Bild-Dokument: Kopie vom Entlassungsbrief

3) Ergebnisse

Klinischer Verlauf:

  • stationär mit Fieber am 27.03.2020 nach Kontakt mit Coronavirus-positiver Person.
  • Sicherung der Diagnose durch Abstrich mit RNA-Nachweis.
  • Gabe von Sauerstoff, jedoch wurde keine Beatmung nötig.
  • Antibiotikagabe, wobei die Indikation protektiv war und schnell beendet wurde.
  • Entlassung nach Besserung am 14. Tag.
  • Weiter Beobachtung unter Quarantäne, weil Covid-positiv.
  • Geschwächt, aber mobilisierbar.

Laborbefunde zur Sicherung der Diagnose:

  • COVID-19- RNA PMR: positiv
  • Influenza A: negativ
  • Influenza B: negativ

4) Folgerungen

Was will uns dieser Verlauf sagen?
Die Patientin hat eine Fülle von Risikofaktoren. Erfreulich, dass sie dennoch überlebte und zwar ganz ohne Beatmungsmaschine.

  • Wir kennen viele Merkmale des Alters, z.B. Arthrose, hoher Blutdruck, Haarausfall, weiße Haare.
  • Solche Merkmale ergeben in der Statistik auch die schlechtere Prognose, weil das Alter mit allen Risiken verknüpft ist.
  • Die ursächliche Kraft solcher Merkmale lässt sich anzweifeln, wenn nur ein Mensch trotz solcher Merkmale überlebt.
  • Weitere systematische Untersuchungen bei COVID-19-Kranken sind nötig, um die Bedeutung des Vitamin D zu beurteilen.

Die Pandemie der Grippe und jetzt auch das Coronavirus findet typischerweise immer am Ende der Winterzeit statt.
https://www.euromomo.eu

Dann sind auch die Vitamin-D-Spiegel auf ihrem Tiefpunkt.

Das Forschungsinstitut GrassrootsHealth veröfftentlichte eine Statistik zum Thema Vitamin-D-Spiegel  und Schweregrad:
https://www.grassrootshealth.net/blog/first-data-published-covid-19-seve...

Unsere Kurzfassung:
www.VitaminDService.de/schweregrad

 

Quellenangaben

Einverständnis
Die Patientin und ihre Angehörigen sind mit der anonymen Veröffentlichung einverstanden (9.4.2020)
Die Intention aller Beteiligten ist die Aufklärung der Öffentlichkeit über den ungewöhnlichen Verlauf.

 

Labordaten:


Anmerkungen:
  • Der CRP-Wert (Entzündungs-Parameter) stieg an, obwohl kein bakterieller Erreger nachgewiesen wurde.
  • Die Leukozyten hatten nur einen mäßigen Anstieg, typisch für einen Virusinfekt.
  • Der Marker Procalcitonin für eine bakterielle Blutvergiftung blieb unauffällig: kein Nachweis einer Sepsis.
  • Der Nierenfunktionswert Kreatinin war zuvor eingeschränkt, im Verlauf Flüssigkeitsmangel, am Ende sogar etwas besser als zuvor.
  • Ein Abfall der Lymphozyten ist ein Kriterium für einen schweren COVID-Verlauf, hier gab es keine Lymphozyten-Krise.
  • Die Normalwerte der AP werden im Alter von 100 auf 141 geschoben: das vernebelt den Laien-Blick auf den Vitamin-D-Mangel.
  • Der AP-Wert kann eine Osteoporose anzeigen. Im vorliegenden Fall gibt es gute AP-Werte im ganzen Verlauf.
  • Hohe AP-Werte können (bei normalen Leberwerten) Hinweis auf einen Vitamin-D-Mangel sein. 
  • Ein AP-Wert über 100 sollte Anlass sein, den Vitamin-D-Spiegel zu prüfen. 



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