SWR ODYSSO WISSEN: Was ist dran am Vitamin D Hype?

1) Stichwort: „Winter“ - die Illusion der Naturversorgung

  • (...) "Deshalb ist genügend Aufenthalt im Freien eine wichtige Voraussetzung für eine optimale Vitamin-D-Versorgung. Je nach Hauttyp genügen 5 bis 25 Minuten täglich im Freien, möglichst mit unbedeckten Armen. Auch lichtarme Jahreszeiten führen nicht automatisch zum Vitamin-D-Mangel. Denn Vitamin D ist fettlöslich, das heißt es lagert sich im Fettgewebe ab." (...) "Auch im Winter können wir draußen Vitamin D tanken." - Richtig ist: im Herbst und Winter reicht ein sommerlicher Vitamin-D-Spiegel nur 2-4 Monate, keinesfalls 6 Monate aus.

2) Stichwort: „Niere“ - deplatzierte Warnungen

Irreführung: Anke Ehlers vom BfR warnt sogar: "Der höhere Zielwert von 30 ng/ml könnte ernste Konsequenzen für die Verbraucher haben, weil damit die Zufuhrempfehlung um das Zehnfache überschritten wird. Die Folge können Überdosierungen sein, die zu Muskelschwäche, Verdauungsstörungen bis hin zu akutem Nierenversagen führen." - Es gibt keine seriösen Berichte von einer Schädigung der Nieren durch solche Dosierungen. 

4) Stichwort: „1000“ „800“ - falsche Empfehlungen

Irreführung: "Menschen, die meinen, gerade in den Wintermonaten nicht genügend ans Tageslicht zu kommen, empfiehlt sie Vitamin-D-Präparate zu nehmen. Allerdings höchstens 1.000 Einheiten täglich, um eine Gefahr der Überdosierung zu vermeiden."
Irreführung: "Doch selbst wenn keine 20 ng/ml erreicht werden, bedeutet das noch keinen Mangel, sondern allenfalls eine suboptimale Versorgung. Echter Vitamin-D-Mangel besteht nach medizinischen Erkenntnissen erst bei einem Vitamin-D-Spiegel von 12 ng/ml und darunter."
Richtig ist: Erst ab einem Spiegel von 30 ng/ml besteht ein Knochenschutz, zur Krebsprävention sind Werte von 50 (+) ng/ml wichtig.

Notizen vom VitaminDservice

Irreführung: (...) einen echten Vitamin-D-Mangel haben in Deutschland nur 2 Prozent der Erwachsenen.  Richtig ist:  "80 bis 90 Prozent der Bevölkerung ist in einem Mangel." (Prof. Dr. Jörg Spitz)  Irreführung: Angstkampagnen schüren die Furcht der Menschen vor einer Unterversorgung mit Vitamin D und kurbeln die Umsätze der Hersteller von Vitamin D an. Richtig ist: Menschen informieren sich, betreiben Ursachenforschung, erkennen den Vitamin-D-Mangel und substituieren. Richtig zum Umsatz: Beim Gesamtumsatz aller Arzneien von 179 000 Mio Euro (= 179 Milliarden) im Jahr 2016 sind die genannten "Millionen" nur Bagatellen. Irreführung: Eine wichtige Rolle beim Vitamin-D-Hype spielen auch die medizinischen Labore, die bei Untersuchungen das Blut von Patienten analysieren. Selbst Werte unter 30 ng/ml deklarieren sie als Mangel. Richtig ist: Werte unter 30 ng/ml sind Vitamin-D-Mangel! Die empfohlenen Werte 40-60 ng/ml Graasroothealth

Zum irreführenden Beitrag

https://www.ardmediathek.de/tv/odysso-Wissen-im-SWR/Was-ist-dran-am-Vitamin-D-Hype/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=246888&documentId=56130552

Link zur Gegendarstellung

https://www.youtube.com/watch?v=rW5qlxlCqXc&feature=youtu.be


» Zurück zur Vitamin D Mobbing als Tabelle

» Zum vorherigen Beitrag blättern "HEILPRAXNET: "Vitamin-D-Zusatz schützen nicht die Knochengesundheit""

» Zum nächsten Beitrag blättern "WP: Gefährlich hohe Dosen in vielen Vitamin-D-Präparaten"