Kontrolle nötig: Wer Marcumar® nimmt, der sollte mit K2 vorsichtig sein.

Dr. med. Raimund von Helden, Verbraucherberatung Privat-Institut VitaminDelta, 57368 Lennestadt referiert die Studie von THEUWISSEN E aus MAASTRICHT (NL) mit einer Grafik aus den Daten aus der Original-Studie.

2026-04-22

1) Fragestellung

Beeinflusst Vitamin K2 als MK-7 die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten wie Marcumar®?

  • Trotz der weltweiten Anwendung von Vitamin-K-Antagonisten (VKA) war bisher nur wenig über den Einfluss von Vitamin K2 bekannt.
  • Wie sehen eine zunehmende Einnahme von Menaquinon-7 (MK-7; Vitamin K2) als Nahrungsergänzungsmittel
  • Dabei stehen Effekte auf Knochen- und Herz-Kreislauf im Vordergrund.
  • Die Studie aus Maastricht, NL soll nun die Dosierung bestimmen, bei der die Therapie mit  Marcumar ® / Coumarin beeinflusst wird.

Keywords:

International Normalized Ratio; Matrix-Gla-Protein; Menaquinon-7; orale Antikoagulanzien; Osteocalcin; Thrombingenerierung.

  • Marcumar® ist ein geschützter Handelsname von allgemeiner Bekanntheit
  • Marcumarisierung: Klinik-Jargon für die Therapie mit Marcumar, was auf den anhaltenden Prozeß der Einstellung und Korrekturen hindeutet.
  • Coumarine: die pharmakologische Gruppe
  • Phenprocoumon: in DL üblicher Handelsname
  • Aceno-Coumarol: die Variante der in der NL-Studie verwendeten Substanz

Die bessere Alternative:

  • NOAK:  Neue Orale Anti-Koagulanzien
  • hier ist kein Einfluss durch das Vitamin K1 oder K2 gegeben.
  • Eine Umstellung ist möglich, allerdings nicht für Patienten mit künstlicher Herzklappe aus synthetischem Material.
  • Alle übrigen können z.B. auf Rivaroxaban um gestellt werden, wenn K2 zum Einsatz kopmmen soll.
  • Der Vorteil der Umstellung liegt auch darin, dass die Störung des Knochens duch Mangel an K1 + K2 beendet wird.

 

2) Methode

  • 18 gesunde Männer und Frauen
  • 4 Wochen lang mit Coumarin behandelt.
  • Wirkstoff: Acenocoumarol
  • 15 von ihnen erreichten einen Zielwert der International Normalized Ratio (INR) von 2,0
  • In den darauffolgenden sechs Wochen erhielten die Probanden steigende Dosen von MK-7
  • 10, 20 und 45 μg pro Tag
  • die Behandlung mit Coumarol wurde in den zuvor individuell festgelegten Dosen fortgesetzt wurde.
  • Ziel war es, die Abschwächung des INR unter Vitamin K2 zu messen.

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3) Ergebnisse

  • Eine tägliche Einnahme von 45 μg MK-7 verringerte die Gruppenmittelwerte
  • INR sank signifikant um etwa 40 %.
  • Die täglichen Einnahmen von 10 und 20 μg MK-7 wurden von zwei Hämatologen unabhängig voneinander dahingehend beurteilt,
  • bei mindestens 40 % bzw. 60 % der Probanden eine klinisch relevante Senkung der INR verursachten

Grafik:

  • Der ROT UNTERLEGTE Bereich der Grafik zeigt die Phase der "Macumarisierung"
  • Zunächst wurde im Mittel ein INR von 2,0 erreicht.
  • Werte über 1,6 INR werden als effektiv angesehen, sofern es um Thromboseschutz geht.
  • GRÜN UNTERLEGT: nach 4 Wochen wurde als Gegenmittel Vitamin K2 gegeben.
  • 10 µg senkten den durchschnittlichen INR von 2.0 auf 1,9
  • 20 µg senkten den durchschnittlichen INR  auf 1,8
  • 45 µg senkten den durchschnittlichen INR auf 1,5
  • anschliessend wurde die Gabe von beiden Mitteln abgebrochen.
  • Bei 50 µg K2 muss daher mit einem Absinken des INR um 0,6 gerechnet werden.
  • Der grüne Pfeil zeigt die Absenkung des INR unter 45 µg K2
  • Die individuelle Schwankungsbereite ist groß:
  • Zum einen gab es Einzelfälle mit nur eine Absenkung von 0,1 auf 1,9 zum anderen auf 1,1 INR.

 

 

4) Folgerungen

ZITAT aus der ORIGINALARBEIT
ANFANG: (übersetzt, Layout bearbeitet)

  • Eine Supplementierung mit MK-7 in Dosen von nur 10 μg beeinflusste bei einigen Personen die Empfindlichkeit gegenüber der Antikoagulation signifikant.
  • Daher sollte die Verwendung von MK-7-Präparaten bei Patienten unter VKA (Marcumar ®) Therapie vermieden werden.

ZITAT ENDE.

Diese Optionen haben Patienten mit Marcumar ®:

  • Umstellung auf eine andere Methode der Blutverdünnung.
  • Bei den neueren NOAK wie Eliquis®, Lixiana ® oder Xarelto ® gibt es diesen K2-Einfluss nicht.
  • Will man mit Vitamin K2 einen verbesserten Schutz vor Osteoporose ermöglichen, so sollte man diese Mittel wählen.
  • Durch das Auslaufen des Patentschutzes für Xarelto ®, Wirkstoff Rivaroxaban ist das sogar ohne Kostensteigerung möglich.
  • Ohnehin kommen bei der Therapie mit Coumarine die hohen Kosten für die Test-System hinzu, oft 10 Euro pro Messung.
  • Lediglich nach Implantation einer künstliche Kunstoff-Herzklappe ist Marcumar weiterhin nicht austauschbar.
  • Unter INR-Kontrolle kann eine geringe Dosis von K2 versuchsweise gegeben werden. 
  • Über eine leicht gesteigerte Dosis des Marcumar ® kann der Effekt ausgeglichen werden.
  • Die Grafik zeigt den mittleren Effekt der Absenkung: INR sinkt von 2,0 auf 1,5 durch die Gabe von ca 50 µg K2.

Leitsatz:

  • Patienten mit Marcumar® oder Phenprocoumon etc. dürfen Vitamin K2 nur bei der vorgeschriebenen Kontrolle & Korrektur des INR nehmen. 
  • Umgekehrt könnte ein unerwünscht starker Effekt des Marcumar ® offensichtlich mit Vitamin K2 korrigiert werden.
  • Eine Dosis von 50 µg K2 ist leichter auszugleichen als eine höhere Dosis.
  • Wer Marcumar ® nicht wegen einer künstlichen Herzklappe nehmen muss, der kommt für einen Wechsel auf ein NOAK in Frage.

Quellenangaben

Theuwissen E, Teunissen KJ, Spronk HM, Hamulyák K, Ten Cate H, Shearer MJ, Vermeer C, Schurgers LJ.0

Effect of low-dose supplements of menaquinone-7 (vitamin K2 ) on the stability of oral anticoagulant treatment: dose-response relationship in healthy volunteers.
J Thromb Haemost. 2013 Jun;11(6):1085-92.
doi: 10.1111/jth.12203. PMID: 23530987.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23530987/
 




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