Vitamin D gegen Schwäche nimmst Du schon? Dann denk an Morbus Addison!

Dr. med. Raimund von Helden, Verbraucherberatung Privat-Institut VitaminDelta, 57368 Lennestadt, Original-Referat mit Poster.

2026-04-07

1) Fragestellung

Es ist paradox:
Jeder Arzt "kennt" die Krankheit "Morbus Addison", doch in der Realität wird die Diagnose wird praktisch immer versäumt, oft mit tödlichen Folgen.

  • Eine anhaltende Erschöpfung muss ärztlich ergründet werden.
  • Wenn "alle" Standard-Laborwerte angeblich "normal" sind, dann kommen die Signalstoffe ins Blickfeld:
  • Schilddrüse, Vitamin-D-Mangel, Wechseljahre, Testosteronmangel, Zonulin-Syndrom, Histamin-Syndrom
  • Es ist wie ein Krimi mit 30 Beteiligten: wer ist der Täter?

Hier wird ein "bekanntes" Syndrom vorgestellt, das in der Wirklichkeit meist nicht erkannt wird.

  • Jahrelang übersehen wird oft ein (relativer) Mangel an Cortison: der Morbus Addison.
  • Morbus Addison ist eine primäre Nebennierenrindeninsuffizienz.
  • Dabei produzieren die Nebennieren zu wenig Cortisol und meist auch zu wenig Aldosteron.
  • So können weder Blutzucker noch Blutdruck aufgebaut werden und der Mensch ist hinfällig.
  • Labor: Niedriger Blutzucker, niedriger Blutdruck und hohes Kalium im Serum sind die Folgen.
  • Doch auch hier gibt es stets andere "Erklärungen", die die wahre Erkenntnis blockieren.

Ist die Erkenntnis gefunden, ist der Ausweg recht einfach:

  • Die Standardtherapie besteht deshalb aus einer Substitution (meist Hydrocortison, alternativ Prednisolon) und oft zusätzlich Fludrocortison. 
  • Dieses Referat hat die Aufgabe, diese Krankheit wieder ins Blickfeld zu rücken.
  • Zwar kennt jeder Arzt dies als theoretisches Wissen, denn es ist immer wieder Prüfungsstoff im Studium.
  • Die Diagnose wird meist dennoch verpasst, weil meist die zündende Idee fehlt, um die Diagnose zu veranlassen.

Der im Titel angedeutete Weg:

  • Immer wenn die Normalisierung des Vitamin-D-Spiegels als Mittel gegen die Dauer-Erschöpfung versagt, dann sollte man Cortisol überprüfen.

2) Methode

  • Referat bekannter Positionen
  • Ergänzungen um eigene klinische Erfahrungen
  • Ausweis als Poster: "Ich leide an Morbus Addison"

3) Ergebnisse

1. Symptome ähneln teilweise dem Vitamin-D-Mangel 

Typische Beschwerden entwickeln sich meist schleichend. Häufig sind:

  • starke Müdigkeit / Erschöpfung
  • Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
  • Salzhunger, Lust auf salzige Speisen
  • niedriges Natrium
  • hohes Kalium als Dauerzustand (bes. bei Aldosteron-Mangel)
  • Schwindel, besonders beim Aufstehen, durch niedrigen Blutdruck
  • Muskelschwäche, Muskelkrämpfe, Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • depressive Verstimmung / Angst
  • Hyperpigmentierung: dunklere Hautareale als Umgebungshaut 
  • weniger bekannt: anhaltendes Schlafen mit schwerer Erweckbarkeit
  • intensivste Alpträume - wegen niedrigem Blutzucker
  • Halluzinationen
  • Verkennung der Umstände
  • Pseudo-Psychose
  • Pseudo-Demenz

2. Addison-Krise ist lebensnbedrohlich

  • Die Addison-Krise ist die akut lebensbedrohliche Entgleisung der Erkrankung.
  • Sie entsteht, wenn der Cortisolbedarf stark ansteigt, aber nicht ausreichend gedeckt wird, 
  • Eine plötzliche "schwere Krankheit" mit bedrohlicher Eintrübung wird meist falsch interpretiert.
  • Typische ärztliche Interpretationen nach dem eingetretenen Tod: "Es war das Herz, die Nieren, die Leber, die Lunge, die Altersschwäche"

Die Auslöser der Krise werden fälschlich als Ursache der Krise überbewertet, denn sie können das bedrohliche Ausmaß der Krise nicht erklären.

  • Infekt mit Fieber
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Operationen
  • Unfälle
  • seelisches Trauma
  • schwerer Stress
  • körperliche Hochbelastung
  • plötzliches Auslassen einer Steroidtherapie 

Warnzeichen

  • starke Verschlechterung des Allgemeinzustands
  • nur schwer erweckbar: ("Stupor")
  • starker Schwindel
  • Hypotonie
  • Übelkeit / Erbrechen
  • starke Bauch- oder Flankenschmerzen
  • Verwirrtheit, starke Müdigkeit
  • Kollaps
  • Krampfanfall
  • Bewusstlosigkeit

Notfall-Therapie

Bei Verdacht auf Addison-Krise soll die Behandlung sofort beginnen. Empfohlen werden:

  • 100 mg Hydrocortison i.v. oder i.m. sofort
  • rasche Volumengabe mit 0,9 % NaCl
  • danach 200 mg Hydrocortison/24 h,
  • bevorzugt als Dauerinfusion oder
  • alternativ 50 mg alle 6 Stunden i.v./i.m. 

3. Anpassung der therapeutischen Dosis als Ausweg

  • Bei Morbus Addison muss die Glukokortikoid-Dosis in Belastungssituationen erhöht werden.
  • Das nennt man Stressdosis oder Sick Day Rules.

Das Grundprinzip

  • Bei Fieber, Infekt, Durchfall, Trauma oder stärkerem psychischem/physischem Stress wird die Dosis vorübergehend erhöht. 

Praktische Anpassung bei Hydrocortison:

  • Für Patientinnen und Patienten mit üblicher Erhaltungsdosis von 15–25 mg Hydrocortison/Tag muss erhöht werden.
  • bei Erkrankung oder körperlichem Stress laut aktuellem Patientenschema:
  • sofort 20 mg Hydrocortison zusätzlich
  • danach 40 mg/Tag, verteilt auf 2–4 Gaben, z. B. 10 mg alle 6 Stunden
  • Rückkehr zur Erhaltungsdosis, sobald die Belastung abgeklungen ist 

Bei Erbrechen

  • einmaliges Erbrechen: 20 mg Hydrocortison zusätzlich oral 
  • Die Aufnahme durch die Mundschleimhaut ist durchaus geeignet: 20-50  mg Prednison in die Wangentasche legen.
  • Der Eintritt der Wirkung benötigt allerdings 2-4 Stunden.
  • Speziell eine Test-Dosis Cortison ist legitim, weil eine Diagnostik sich um Tage verzögern kann.

Bei anhaltendem Erbrechen

  • oft wiederholtes Erbrechen innerhalb von 30 Minuten oder Zeichen einer Krise:
  • 100 mg Notfall-Hydrocortison
  • ggf. Notruf / Klinik
  • Bei OP oder schwerer Erkrankung ist meist eine intravenöse Stressdosis erforderlich, nicht nur Tabletten. 

4. Alltagsdosierung von Cortison darf nie mehr pausiert werden

Die übliche tägliche Glukokortikoid-Substitution bei primärer Nebenniereninsuffizienz beträgt:

  • Hydrocortison 15–25 mg pro Tag
  • meist auf 2–3 Einzelgaben verteilt, mit dem größten Anteil morgens
  • oder alternativ Prednisolon in niedriger äquivalenter Dosis (5 Predni = 20 Hydrocortison)
  • Für Morbus Addison mit begleitendem Aldosteronmangel ist oft ein Elektrolyt-wirksames Mittel zusätzlich nötig:
  • Fludrocortison als Mineralokortikoid-Ersatz, immer wenn ein Aldosteronmangel vorliegt.
  • Astonin H ® 0,1 mg hat Vorteile wegen der 24-Stunden-Wirkung (18-36h)
  • Dadurch sind Lücken bei der Einnahme weniger bedrohlich..

4) Folgerungen

  • Morbus Addison: zu geringe oder fehlende Cortisol-Produktion
  • Im Alltag braucht man eine regelmäßige Substitution,
  • bei Krankheit oder Stress eine Dosissteigerung, und ...
  • bei der Addison-Krise ist sofortige Notfalltherapie mit Hydrocortison lebensrettend.

Um solche Gefahren abzuwehren ist ein Ausweis sinnvoll.

Das hier gezeigte Poster ist schnell lesbar.
Für Fachkreise gibt es weitere Angebote: s. u.
 

Quellenangaben

Mrobus Addison:
https://www.endocrinology.org/clinical-practice/clinical-guidance/adrena...

Ausweis in medizinischer Fachsprache
https://www.endokrinologie.net/files/download/glukokortikoide-notfallaus...

Mehr dazu auf unserer Webseite:
https://www.vitamindservice.de/search/node/Addison
 




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