"Perfekte Betreuung für Schwangere" - 3 Fehler


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Die derzeitige Schwangerschafts-Richtlinie suggeriert durch programmierte Diagnostik hohe Sicherheit.
Doch die Verhinderung von Schäden von Zähnen, Knochen und Gelenken durch systematische Korrektur des landesweiten Vitamin-D-Mangels fehlt völlig.

Vorgesehene Untersuchungen in der Schwangerschaft (Deutschland)

In Deutschland richten sich die vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft nach den Mutterschafts-Richtlinien. Diese Untersuchungen sind reguläre Kassenleistungen. Sie werden angeboten, sind aber grundsätzlich nicht zwangsweise verpflichtend.

1. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

Bei unauffälligem Schwangerschaftsverlauf gehören dazu insbesondere:

  • regelmäßige Vorsorgetermine mit Dokumentation im Mutterpass
  • Blutdruckmessung
  • Gewichtskontrolle
  • Urinuntersuchung
  • Erfassung von Beschwerden, Blutungen oder Ödemen
  • Kontrolle von Gebärmutterwachstum, Kindslage und kindlichen Herztönen im Verlauf

2. Laboruntersuchungen zu Beginn der Schwangerschaft: Suche nach ansteckenden Krankheiten

  • Bestimmung von Blutgruppe und Rhesusfaktor
  • Antikörpersuchtest
  • Syphilis-Suchtest
  • Untersuchung auf Hepatitis B
  • Test auf genitale Chlamydien
  • HIV-Test nach Aufklärung und Einwilligung

3. Ultraschalluntersuchungen: Suche nach Missbildungen und Fehlentwicklungen

Zur regulären Schwangerenvorsorge gehören drei Ultraschalluntersuchungen:

  • im 3. Schwangerschaftsmonat
  • im 6. Schwangerschaftsmonat
  • im 8. Schwangerschaftsmonat

Bei der zweiten Ultraschalluntersuchung kann zwischen einem Basis-Ultraschall und einem erweiterten Basis-Ultraschall gewählt werden.

4. Weitere regulär vorgesehene Untersuchungen

  • Screening auf Gestationsdiabetes im 6. oder 7. Schwangerschaftsmonat
  • bei Rh-negativer Mutter gegebenenfalls Bestimmung des kindlichen Rhesusfaktors aus mütterlichem Blut

5. Nicht standardmäßig 

Einige Untersuchungen gehören nicht zur Routine bei jeder Schwangerschaft, sondern werden nur bei besonderer Indikation oder auffälligen Befunden durchgeführt.

  • NIPT auf Trisomie 13, 18 und 21 nur in begründeten Einzelfällen
  • Amniozentese
  • Chorionzottenbiopsie
  • zusätzliche Ultraschalluntersuchungen
  • Doppleruntersuchungen
  • CTG nur bei entsprechender Indikation

5. Nicht standardmäßig vorgesehen sind Nährstoff-Kontrollen: a) Folsäure, b) Vitamin D, c) Omega-3-Fettsäuren

Nährstoff-Probleme gehören generell nicht zur Routine

5 a) Folsäure / Folatmangel in der Schwangerschaft

Ein Folsäuremangel gehört in Deutschland nicht zu den routinemäßig vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen der Schwangerschaft.

  • Es gibt also normalerweise kein generelles Screening auf Folatmangel im Rahmen der Mutterschafts-Richtlinie.
  • Stattdessen wird allen Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren eine vorbeugende Einnahme von Folsäure empfohlen.
  • Dadurch wird das Risiko für Neuralrohrdefekte des Kindes (z. B. Spina bifida) gesenkt.
  • derzeitige Empfehlung: 400 µg Folsäure täglich, doch 5 mg sin
  • bester Beginn: möglichst mindestens 4 Wochen vor der Empfängnis
  • beste Dauer: bis zum Ende des 1. Schwangerschaftsdrittels
  • Wird die Schwangerschaft erst festgestellt und es wurde noch keine Folsäure eingenommen, sollte die Einnahme so früh wie möglich begonnen werden.

Eine gezielte Laboruntersuchung auf Folatmangel wird von Ärzten nur veranlasst, "wenn ein besonderer Verdacht besteht"

  • "deutliche Mangelernährung"
  • "Resorptionsstörungen"
  • "spezielle Grunderkrankungen"
  • Aber welcher Arzt erfährt davon und reagiert auf diese schwer definierbaren Anlässe?

Für die reguläre Schwangerschaftsvorsorge bedeutet das:

  • Folsäure wird zwar empfohlen und prophylaktisch supplementiert
  • Es fehlt hingegen an einem standardmäßigen Auftrag zum Test bei allen Schwangeren.

5 b) Vitamin-D-Mangel in der Schwangerschaft

Für Vitamin D gibt es in Deutschland in der normalen Schwangerschaftsvorsorge keine allgemeine Empfehlung zur routinemäßigen Bestimmung.

  • Eine generelle Supplementierung für jede Schwangere ist in den Mutterschafts-Richtlinien nicht als Standard vorgesehen.
  • Vitamin D ist in der Schwangerschaft zwar wichtig für den Knochenstoffwechsel und die Versorgung von Mutter und Kind.
  • Offizielle Informationen behaupten, dass alles individuell mit der betreuenden Ärztin oder dem betreuenden Arzt besprochen werden sollte.
  • Kein Routine-Screening auf Vitamin-D-Mangel bei allen Schwangeren
  • Keine generelle Standard-Supplementierung für jede Schwangerschaft
  • Individuelle Verordnung möglich, zum Beispiel bei Risikokonstellationen, nachgewiesenem Mangel oder geringer Sonnenexposition

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene – und damit auch für Schwangere – einen Schätzwert von 20 µg (20*40=800 E) Vitamin D pro Tag.

  • Un das auch nur, wenn keine körpereigene Bildung über Sonnenlicht stattfindet.
  • Dieser Wert ist jedoch ein allgemeiner Referenzwert zur Nährstoffzufuhr
  • nicht automatisch eine pauschale Supplement-Empfehlung für jede Schwangere.

Praktisch bedeutet das:

  • Vitamin D ist "wichtig" 
  • aber in der regulären Schwangerschaftsvorsorge nicht als Pflichtuntersuchung oder Standard-Supplement für alle festgelegt.
  • Eine Bestimmung oder Einnahme erfolgt in der Regel individuell
  • nach "Risiko, Beschwerden oder Laborbefund"
  • ... was auch immer mit diesen schwammigen Begriffen gemeint sein soll.

5 c) Omega-3-Mangel in der Schwangerschaft

Omega-3-Fettsäuren, insbesondere DHA (Docosahexaensäure), sind in der Schwangerschaft wichtig.

  • In Deutschland gehört Omega-3 jedoch nicht zu den regulären Pflicht- oder Routineuntersuchungen der Schwangerschaftsvorsorge.
  • Es gibt also kein allgemeines Screening auf einen Omega-3-Mangel im Rahmen der Mutterschafts-Richtlinie.

Es gibt aber eine ernährungsmedizinische Empfehlung zur Zufuhr von DHA. Schwangere sollen im Durchschnitt 200 mg DHA pro Tag aufnehmen.

  • Empfohlene Zufuhr: durchschnittlich 200 mg DHA pro Tag
  • Bevorzugt über die Ernährung: ein- bis zweimal pro Woche fettreicher Meeresfisch
  • Damit ergibt sich allerdings eine erhöhte Belastung von Quecksilber und Arsen.
  • Wenn kein oder kaum fettreicher Fisch gegessen wird: DHA-Supplement sinnvoll, bei dem die Giftstoffe entfernt sind
  • Geeignete Fischarten zur DHA-Zufuhr sind zum Beispiel: Lachs, Hering, Makrele oder Sardine.
  • Gleichzeitig ist in der Schwangerschaft auf die Fischauswahl zu achten, weil einige Fischarten höhere Gehalte an Methylquecksilber aufweisen können. Solche Fischarten sollten Schwangere meiden oder deutlich einschränken.
  • Vorsicht bzw. meiden: Fischarten mit hohen Methylquecksilber-Gehalten

hohe Belastung: insbesondere große Raubfische wie Thunfisch, Dornhai und Rotbarsch

Praktisch bedeutet das:

  • Omega-3 beziehungsweise DHA ist in der Schwangerschaft empfohlen,
  • aber nicht als Routine-Laborwert oder Pflichtuntersuchung vorgesehen.
  • Entscheidend ist vor allem eine ausreichende DHA-Zufuhr über geeigneten Fisch
  • oder besser noch über ein DHA-Präparat.

Fazit:

  • Viel Leid bei Kindern und Eltern könnte vermieden werden.
  • Die drei landesweit vorhandenen Mangelzustände in der Schwangerschaft werden nicht systematisch untersucht.
  • Folsäure gibt es im Salat, Vitamin D beim tropischen Sonnenbad ohne Sonnencreme, Omega-3 durch Fischmahlzeiten.
  • Doch diese Dinge sind relativ teuer: Gemüse, Urlaub, Fisch
  • Weil die Richtlinien das Thema verschweigen, haben Ärzte keine Möglichkeit zur routinierten Hilfe, weil niemand die Laborkosten übernehmen will.
  • Traurig ist, dass für viel Geld 3D-Portraits vom Baby verkauft werden, als die essentiellen Närhstoffe zu checken.
  • Niemanden wundert es, dass es 20 Jahre benötigte, bis die Zuckerkrankheit in die Richtlinien aufgenommen wurde.
  • Während die Versorgung der Rentner jährlich nachgebessert wird, werden die Versäumnisse bei jungen Müttern immer schwerwiegender.

 


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