"Die Studie von K. Michaelsson behauptet, dass auch hohe Vitamin-D-Spiegel problematisch seien!" - eine Prüfung der Fakten.


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Das Problem der genannten Studie von Michaelsson ist, dass es nur sehr wenige Teilnehmer in den Randbereichen zur eigentlichen Aussage herangezogen werden. Es befinden sich je 59 Teilnehmer in den oberen und unteren Randbereichen (2 x 59 = 118) und demgegenüber im Kernbereich 1194 Teilnehmer. 9 % werden also herangezogen, um eine Ausage zutreffen.

Zudem handelt es sich um einer rein beobachtende Studie, es findet keine Intervention mit einer Vitamin-D-Therapie statt. Somit ist letztlich das willkürliche Sonnenbad-Verhalten der Teilnehmer auf dem Prüfstand. Dies kann aber auch mit Krankheiten verknüpft sein: So könnten Herzkranke die Sonne meiden, Krebskranke sie jedoch als schmerzlindernd geniessen. 

Die obige Grafik habe ich aus den offengelegten Daten der Studie erstellt: Sie zeigt, dass in den Bereichen ober - und unterhalb des mittleren Vitamin-D-Spiegels ein klarer Vorteil für die Teilnehmer mit besseren Vitamin-D-Spiegeln erkennbar ist. Wer also einen Vitamin-D-Spiegel  von über 37 ng/ml hatte war weniger von der Sterblichkeit betroffen als diejenigen unterhalb von 18 ng/ml. Die Zahl der Teilnehmer an dieser Betrachtung 2 x 119 = 238 sind da schon eher aussagekräftig. 

Mein Fazit: Durch eine problematische Überbewertung der Randzonen der Michaelsson-Studie kommt es zu der Aussage einer "Assoziation von Vitamin D mit einem Risiko". Der Kern der Studiendaten spricht klar für eine verminderte Sterblichkeit unter besseren Vitamin-D-Spiegeln. Gegen eine Risikosteigerung durch Vitamin D spricht auch klar die Grafik der Herzsterblichkeit. Hier ist der hohe Bereich ohne irgendein Risiko. Zutreffend ist die Aussage, dass tiefe Vitamin-D-Spiegel mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergehen. Das wurde auch für alle Gruppen nachgewiesen. Das bestätigt den Ansatz der Vitamin-D-Therapie: bessere Vitamin-D-Spiegel vermindern die Sterblichkeit.


Michaëlsson K et al. 

Plasma vitamin D and mortality in older men: a community-based prospective cohort study. 

Am J Clin Nutr. 2010 Oct;92(4):841-8. doi: 10.3945/ajcn.2010.29749.

Epub 2010 Aug 18. PubMed PMID: 20720256

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20720256


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