Laborkunde: Wie muss eine Blutprobe zum Labor geschickt werden?


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Das sind die häufigsten Fehler beim Einsenden einer Blutprobe:

Der sogenannte "Vitamin-D-Spiegel" - welche Anforderung ist das?

Der Auftrag für den Laborarzt muss diese Bezeichnung nennen: "25-Cholecalciferol" oder "25-OH-Vitamin D3". Das ist die biochemische Form, die als "Vitamin-D-Spiegel" bezeichnet wird. Falsch ist es, stattdessen 1,25 Cholecalciferol anzugeben, denn das ist die aktive Form des Vitamin D.

Welches Probenmaterial muss verschickt werden?

Senden Sie Serum ein. Wenn Sie stattdessen Vollblut einsenden, muss dies im Labor zentrifugiert werden.

Muss die Probe lichtgeschützt verschickt werden?

Blutproben sollten nicht ins Sonnenlicht gestellt werden und sich beim Transport im Fahrzeug nicht aufheizen. Eine spezielle Umhüllung gegen Sonnenlicht ist ohne Vorteil, schadet allerdings auch nicht.

Wie lange darf die Probe unterwegs sein?

Eine Versanddauer von 1-3 Tagen ist unschädlich, da Vitamin D als Speicherform recht stabil ist.

Muss die Blutentnahme nüchtern erfolgen?

Wenn jemand eine Störung des Stoffwechsels mit hohen Triglyceriden hat, dann kann dies in einzelnen Fällen Vitamin D binden und niedrigere Werte vortäuschen. Dies kommt eher selten vor, beispielsweise beim entgleisten Diabetes mellitus.

Darf ich vorher Vitamin D einnehmen?

Dazu ein Beispiel: Wer nach dem Verlassen eines heißen Bades die Temperatur misst, wird auch am gesunden Körper "Fieber" feststellen können. Das Bad verändert die Messung für eine ganze Zeit. Ähnlich ist es beim Vitamin D: in den 24 Stunden direkt nach der Einnahme von mehr als 10'000 Einheiten Vitamin D ist eine Anflutung zu erkennen. Der Wert ist dann im Blut deutlich höher, als der Vitamin-D-Spiegel in der Tiefe der Zellen. Auch 48 Stunden danach ist dieser Effekt noch vorhanden, denn auch dann wird das eingenommene Vitamin D immer noch in den Körper verteilt: es ist also in der Blutbahn relativ höher nachweisbar. Also kurz vor der Blutentnahme kein Vitamin D einnehmen.

Wie viele Tage vorher soll ich Vitamin D aussetzen?

Es genügt, wenn man 3 - 4 Tage vorher Vitamin D  pausiert. Ansonsten hat man angehobene Werte, die zwar das Vitamin D in der Blutbahn nach der Anflutung zeigen, aber nicht dem (relevanten) Bestand in der Zelle entsprechen. Der Vitamin-D-Rechner ( www.vitaminDrechner.de ) vermeidet diesen Fehler, er geht immer vom intrazellulären Vitamin-D-Spiegel  aus.

Was ist unter "aktivem Vitamin D" zu verstehen?

Zur Begriffsklärung: Mit dem "Vitamin-D-Spiegel" ist das "passive Vitamin D" gemeint. Nur etwa ein Tausendstel (!) dieser Menge liegt  in der aktiven Form vor, mit dem die Rezeptoren der Zelle angesteuert werden. Das aktive Vitamin D unterliegt schnellen stündlichen Schwankungen und regelt unser Befinden und unsere Lebensaktivität über den Spiegel des ionisierten Calciums (Calcium-Signalling). Dazu hat der Körper einige Meßstationen und Hormone (Nebenschilddrüsen, Parathormon, Calcitonin). Nur in seltenen Fällen hat dieses System eine Störung. Der alltägliche Fall der Störung hingegen ist der, dass Vitamin D in der passiven Form fehlt (Vitamin-D-Spiegel) und daher die funktionierenden Regelkreise nicht ihre Arbeit erfüllen können. Im Normalfall ist die Ursache für die Störung nicht im Körper zu suchen, sondern im derzeitigen medizinischen Beratungssystem, das den Menschen den Verzicht auf Sonne und Vitamin D empfiehlt. Hier haben Dermatologie, Kosmetikindustrie und das Robert-Koch-Institut eine unrühmliche Rolle der Desinformation. Diese Institutionen werden ihre Aufgabe erst an dem fernen Tag in unserer Zukunft erfüllt haben, wenn Deutschland nicht mehr das weltweite Schlusslicht in der Versorung mit Vitamin D ist. Deutschland ist vermutlich unrühmlicher Weltmeister beim Vitamin-D-Mangel.

Wann und wozu muss das "aktive Vitamin D" gemessen werden?

Wenn der Calcium-Spiegel zu tief ist, kann das ganz einfach am fehlenden Vitamin D liegen: Das Gefangenschafts-Syndrom des modernen Menschen. Diese benötigen einfach nur Vitamin D, dann hilft der Körper sich selbst. Anders ist es bei einem zu hohen Calcium. Wenn der Calcium-Spiegel ständig über 3,0 mval/l liegt, kann es an einem übereifrigen Regelkreis liegen. Dann kann man das Parathormon und das aktive Vitamin D überprüfen, das in dieser Situation oft erhöht ist. Es genügt eigentlich die Bestimmung des Parathormones, denn dieses Hormon ist der Steigbügelhalter für die Aktivierung des Vitamin D von der passiven zur aktiven Form. Eine andere Ursache: es kann eine Krankheit vorliegen, die einen Knochen auflöst.

Wie muss das aktive Vitamin D verschickt werden?

Das aktive Vitamin D ist besonders empfindlich gegen Störungen und wird innerhalb und außerhalb des Körpers rasch abgebaut. Hier muss die Blutprobe unmittelbar nach der Entnahme zentrifugiert werden. Das Serum muss eingefroren sein, bevor es unter Einhaltung der Kühlkette verschickt werden kann. Dieser große Aufwand muss zum Glück nur in einigen seltenen Ausnahmefällen betrieben werden. Für die meisten Fragestellungen ist die Bestimmung das aktiven Vitamin D nicht nötig. Der Vitamin-D-Spiegel reicht aus.

 


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