Ich bin verunsichert: Die Durup-Studie aus Kopenhagen beschreibt ein Risiko für hohe Vitamin-D-Spiegel !


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Welches Ziel sollten wir beim Vitamin-D-Spiegel anstreben? Eine Diskussion der Kopenhagener Vitamin-D-Studie

Einleitung

Die Menschen, die nach dem richtigen Vitamin-D-Spiegel fragen, befinden sich in ganz unterschiedlichen Situationen:

  1. Zunächst gibt es Menschen die einfach nur akut krank sind. Eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland ist das akute Syndrom des Vitamin-D-Mangels. Hier kommt es darauf an, möglichst rasch diese Krankheit zu beheben. Dabei ist es von geringem Interesse, was langfristige Statistiken über den Vitamin-D-Spiegel sagen. Hier gilt die Anleitung, die man im Buchnachlesen kann.
  2. Die Frage nach dem Ziel wird auch von Menschen gestellt, die eine akute Erkrankung überwunden haben, aber anschliessend einen Rückfall vermeiden wollen.
  3. Wieder etwas anderes ist es, wenn Menschen zwar gesund sind, in ihrer Verwandtschaft oder Familie jedoch Menschen mit schweren Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt und Multiple Sklerose sehen, wogegen sie sich selbst und ihre Angehörigen schützen wollen.
  4. Dann wird diese Frage auch von Menschen gestellt, die völlig gesund sind und auch keinerlei Beschwerden haben. Dazu gehören auch Sportler, die eine optimale Leistung erreichen wollen.

Demgemäß unterscheiden wir:

  1. die akute Therapie
  2. die Prophylaxe eines Rückfalls
  3. die Prophylaxe einer zukünftigen Erkrankung und
  4. die Allgemeine Prophylaxe für die Allgemeinbevölkerung

Für jede dieser Fragestellung müsste eine eigene Empfehlung erarbeitet werden. 

Aus der langjährigen Beobachtung bei der Messung von Vitamin-D-Spiegeln ist abzuleiten, dass die Menschen durchaus unterschiedliche Vitamin-D-Bereiche haben, in denen sie sich wohl fühlen. Während der eine bei einem Wert von 25 ng/ml noch reichlich Beschwerden hat, ist das für einen anderen völlig unproblematisch. Wir wissen, dass die Menschen von ihren Genen her mit unterschiedlichen Vitamin-D-Rezeptoren ausgestattet sind. Die verschiedenen Strukturformen des Vitamin-D-Rezeptors (Polymorphie) verursachen eine hohe oder niedrige Affinität zum Vitamin D. Ein Mensch mit einem Rezeptor mit niedriger Affinität benötigt dann logischerweise auch einen höheren Vitamin-D-Spiegel. Dies bedeutet auch, dass es eine individuelle Variation bezüglich des optimalen Vitamin-D-Spiegels geben muss.

Eine recht pragmatische Orientierung in all diesen Fragen gibt die Empfehlung der amerikanischen Organisation GRASSROOTS.net:

Wissenschaftler aus zahlreichen Ländern inklusive unserem eigenen Institut VitaminDelta empfehlen für alle Fragestellungen erst einmal Werte zwischen 40 und 60 ng/ml.

Eine Studie* aus Kopenhagen Dänemark hat nun die Fachwelt aufgeschreckt. Es wurde in der Studie grafisch (!) dargestellt, dass Patienten mit einem Vitamin-D-Spiegel oberhalb von 30 ng/ml mit einem erhöhten Sterblichkeits-Risiko assoziiert (!) waren. Wir müssen fragen: Ist ein Vitamin-D-Spiegel über 30 ng/ml tatsächlich riskant? Kann auch eine große Studie mit über 200 000 ausgewerteten Proben in ihren Ergebnissen täuschen?

1) Hintergrund

die Durup-Studie aus Kopenhagen: eine statistische Studie an kranken Dänen

Es gibt inzwischen eine dänische Studie von D. Durup* (Kopenhagen), die für den Bereich eines Vitamin-D-Spiegels über 30 ng/ml ein gesteigertes Risiko der Sterblichkeit nachweist. Die Studie beeindruckt durch die hohe Zahl von über 247 000 Teilnehmern. Andererseits stammt diese Studie aus einem Institut für Statistik, nicht aus einem Institut für Epidemiologie. Die Studie wurde von einer jungen Wissenschaftlerin als Erstlingsarbeit verfasst und ist zudem auch der erste Beitrag dieses Statistik-Institutes zum Thema Vitamin D. Es ist schön, wenn Wissenschaftler in aller Welt auf das neue Thema aufmerksam werden. Leider wurde von den zahlreichen Wissenschaftlern, die sich schon seit Jahrzehnten mit der besonders schwierigen Epidemiologie des Vitamin D befasst haben, niemand in die Bearbeitung des Themas einbezogen.

Warum ist die Epidemiologie der Vitamin-D-Spiegel so schwierig? Die Antwort lautet: Weil Vitamin D aus so vielen Quellen entstammen kann!

  • Sonnenschein, Tabletten, Sonnenbank, es gibt zahllose Quellen, die hier einen Einfluss haben.
  • Zudem können die Menschen oder Patienten sich in einer bestimmten Lebenslage systematisch für oder gegen das Sonnenlicht entscheiden.
  • Schwer ist auch zu beurteilen, wie sich der Vitamin-D-Spiegel zwischen der maßgeblichen Laborbestimmung und dem "darauf folgenden" gesundheitlichen Ereignis bewegt.
  • Denkbar ist hier ein steigender oder ein fallender Spiegel, der im weiteren nicht bemerkt wird, obwohl der Patient bereits als Vertreter der Gruppe mit "hohen" oder "niedrigen" Werten einsortiert wurde.

Vitamin-D-Studien konzipieren ist wie "Flöhe hüten". Stets können die Untersuchten willkürlich die Seite wechseln.

Die Auffassung eines "gesteigerten Risikos" in diesem Bereich widerspricht der konstanten Erfahrung, dass bei Naturvölkern Vitamin-D-Spiegel gerade in diesem Bereich von 40-60 ng/ml gefunden wurden. Hat die Evolution hier die Menschen falsch programmiert? 

Woher kommt dieses "dänische Risiko" oberhalb von 30 ng/ml?

Wir müssen nach den Rahmenbedingungen dieser dänischen Daten* fragen! Es handelt sich um eine Analyse von Patienten - also nur solchen Menschen, die zumindest den Gedanken in sich tragen, dass sie krank (!) sein könnten. Es sind alles Menschen, die aus unbekannten Gründen ihren Alltag unterbrechen und in die Versorgung des medizinischen Systems eintreten. Eine solche Studie ist klar abzugrenzen von einer Studie, die sich ungefiltert mit der gesamten Bevölkerung befasst. 

Der Unterschied zwischen einer Patienten-Studie und einer Bevölkerungs-Studie lässt sich auch am Prozentsatz der Sterblichkeit belegen. Während in der dänischen Studie jährlich 6,1 % der Menschen starben, sind es in Deutschland 1,3 % der betrachteten Allgemeinbevölkerung. Die dänischen Patienten waren also einem mehr als viermal so großen Risiko der Sterblichkeit ausgesetzt.

weiterlesen auf Vitamindelta - inklusive der Poster zur Erläuterung
 


Das Fazit (des dort komplett zu lesenden Beitrages):

  • Es gibt in Fachkreisen keinerlei Diskussion darüber, dass unterhalb von 20 ng/ml ein Therapie-bedürftiger Vitamin-D-Mangel besteht

  • Eine große Zahl von Menschen strebt mit dem Beginn eines Krankheits-Gefühls bewusst oder unbewusst eine aktive Steigerung des Vitamin-D-Spiegels an.

  • Erkrankte Menschen, die gezielt in einen sonnigen Urlaub fahren, erhöhen die Sterblichkeit in der Gruppe der Menschen mit anhaltend hohen Vitaminspiegeln. Durch dieses  kondensierte Risiko wird das "Risiko einer erhöhten Sterblichkeit" im Bereich hoher Vitamin-D-Spiegel lediglich vorgetäuscht.

  • Es gibt keinen Grund, an der verminderten Sterblichkeit bei anhaltend hohen Vitamin-D-Spiegeln zu zweifeln. Die Leitlinie für einen Vitamin-D-Spiegel von 40-60 ng/ml gemäß Grassrootshealth.net gilt unverändert.

     

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