ZEITSCHRIFT: Heilung der RACHITIS durch künstliche Höhensonne (1919)

Autor:
Dr. K. Hudschinksky

  • Assistent der Anstalt
  • Oskar Helenen-Heim für Heilung uns Erziehung gebrechlicher Kinder in Berlin - Zehlendorf


Auszug aus dem Inhalt:

Ich habe zunächst vier der schwerst befallenen rachitischen Kinder meiner Abteilung  (...) mit künstlicher Höhensonne bestrahlt. Die Kinder befanden sich im Alter von 2 1/4 - 4 1/4 Jahren und litten an florider RACHITIS stäkrsten Grades. Sie waren wegen Extremitäten und wirbelsäulenverkrümmungen in die Anstalt aufgenommen. (...) Die Bestrahlung wurde in Abständen von zwei Tagen vorgenommen, beginnend mit zwei Minuten, jedesmal um eine Minute steigernd bis 20 Minuten. Abwechselnd wurde Brust und Rückenseite bestrahlt. (...)
Bereits nach vierzehn Tagen fiel aber auf, das die Kinder munterer und anteilnehmender waren und das die Muskelschlaffheit sich deutlich besserte.
Nach zweimonatiger Strahlenbehandlung waren aus elenden, schlaffen und anfälligen Kindern frische kräftige geworden. Sie konnten alle frei sitzen, bogen in Bauchlage den Kopf hoch zurück, der orher passiv in dem Kissen gelegen hatte, die Atemnot und Blausucht schwanden, und Infektionskrankheiten traten nicht mehr auf.
Bei zweien hatte die Körperlänge von 71 und 73 cm auf 75,5 und 76, also um 4,5 und 3 cm, zugenommen. Die Zahl der roten Blutkörper betrug nach zwei Monaten bei allen zwischen 4,4 und 5,5 Millionen, der Blutfarbstoffgehalt (...) zwischen 65 und 85 %.
Bei dreien hatte das gewicht während der Bestarhlung stetig zugenommen, das älteste 4 1/2 jährige, war auf seinem Gewicht geblieben, hatte aber seinen großen Froschbauch verloren.

Es ist also gelungen, durch Bestrahlung mit künstlicher Höhensonne bei vier schweren Rachitikern im zeitraum von zwei Monaten eine nahezu völlige Ausheilung des Leidens zu erzielen.
(Seite 712, 713)