Mehr Vitamin D bedeutet bis zu 80 % weniger Brustkrebs (Referat)

Sharon L. McDonnell, Carole A. Baggerly et al. // Referent: Dr. med. Raimund von Helden, Hausarzt, 57368 Lennestadt

2018-06-15

1) Fragestellung

  • Während zahlreiche epidemiologische Studien einen Zusammenhang zwischen höheren Serum 25-Hydroxyvitamin D [25 (OH) D] -Konzentrationen und einem niedrigeren Brustkrebsrisiko gefunden haben, haben nur wenige diese Assoziation für Konzentrationen über 40 ng/ml bewertet.
  • Wie sieht es mit dem Risiko für Brustkrebs aus, wenn der Vitamin-D-Spiegel auf mehr als 40 ng/ml steigt?

2) Methode

  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Vitamin-D-Spiegel und Brustkrebsrisiko bei Frauen im Alter von mehr als 55 Jahren.
  • Die Analysen nutzen gepoolte Daten aus zwei randomisierten klinischen Studien (N = 1129, N = 2196) und eine prospektive Kohorte (N = 1713), um einen breiten Bereich von 25 (OH) D-Konzentrationen zu untersuchen.
  • Es ging um die Diagnose Brustkrebs während der Beobachtungszeiträume (Median: 4,0 Jahre). Es wurden drei Analysen durchgeführt: 
  1. Die Inzidenzraten wurden gemäß der 25 (OH) D-Konzentration von <20 bis 60 ng / ml  verglichen, 
  2. Kaplan-Meier-Diagramme wurden entwickelt und 
  3. multivariate Cox-Regression wurde verwendet, um den Zusammenhang zwischen Vitamin D und dem Brustkrebsrisiko bei Frauen mit mehreren Vitamin-D-Spiegel-Messungen zu untersuchen.

3) Ergebnisse

  • Erstens: Innerhalb der Poolkohorte (N = 5038) wurde bei 77 Frauen Brustkrebs diagnostiziert (altersbereinigte Inzidenz: 512 Fälle pro 100.000 Personenjahre). Die Ergebnisse waren für die drei Analysen ähnlich. Beim Vergleich der Inzidenzraten betrug die Brustkrebsinzidenzrate bei Frauen mit 25 (OH) D-Konzentrationen > 60 vs <20 ng / ml (Rate Ratio = 0,18, P = 0,006). 
  • Zweitens, Kaplan-Meier-Kurven (Kurven über den Verfall der Gesundheit)  für Konzentrationen von <20, 20-39, 40-59 und 60 ng / ml waren signifikant unterschiedlich (P = 0,02), mit dem höchsten Anteil an Brustkrebs-frei in der > 60 ng / ml-Gruppe (99,3%) und der niedrigste Anteil Brustkrebs-frei in der <20 ng / ml-Gruppe (96,8%). Der Anteil an Brustkrebs war um 78% niedriger bei >60 vs <20 ng / ml (P = 0,02). 
  • Drittens zeigte die multivariate Cox-Regression, dass Frauen mit 25 (OH) D-Konzentrationen 60 ng / ml ein 80% niedrigeres Brustkrebsrisiko aufwiesen als Frauen mit Konzentrationen <20 ng / ml (Relatives Risiko = nur 20 % bei Frauen mit gutem Vitamin-D-Spiegel, P = 0,03). 

4) Folgerungen

  • Höhere Vitamin-D-Spiegel waren mit einer Dosis-abhängigen Abnahme des Brustkrebs-Risikos verbunden, wobei die Vitamin-D-Spiegel von 60 ng / ml am besten schützten.
  • Die REDAKTION ergänzt: Die Auffassung, dass ein noch höherer Vitamin-D-Spiegel von beispielsweise 80 ng/ml einen fast vollständigen Schutz gewährt, sollte in der Zukunft geprüft werden. Es ist wegen der linearen Beziehung die beste Hypothese, die bis zum Beweis des Gegenteils mit größerer Wahrscheinlichkeit angenommen werden darf.
  • Die wichtigste Ursache für Brustkrebs ist mit großer Sicherheit enttarnt: der Vitamin-D-Mangel. Bekannte Risikofaktoren wie "Übergewicht", "Stress" können über den stets damit verbundenen Vitamin-D-Mangel als zweitrangig eingeordnet werden.
  •  Bei einem besseren Vitamin-D-Spiegel ist ein vermindertes Risiko zu erwarten. Werte von über 60 ng/ml sind sehr zu empfehlen.

Quellenangaben

RESEARCH ARTICLE - Mamma Carcinom - Brustkrebs - Breast cancer:
Breast cancer risk markedly lower with serum 25-hydroxyvitamin D concentrations > 60 vs  20 ng/ml (150 vs 50 nmol/L): Pooled analysis of two randomized trials and a prospective cohort
Sharon L. McDonnell1*, Carole A. Baggerly1, Christine B. French1, Leo L. Baggerly1, Cedric F. Garland2, Edward D. Gorham2, Bruce W. Hollis3, Donald L. Trump4, Joan M. Lappe5
1 GrassrootsHealth, Encinitas, California, United States of America, 2 Department of Family Medicine and Public Health, University of California San Diego, La Jolla, California, United States of America, 3 Medical University of South Carolina, Charleston, South Carolina, United States of America, 4 Inova Schar Cancer Institute, Falls Church, Virginia, United States of America, 5 Department of Medicine, Creighton University, Omaha, Nebraska, United States of America

http://journals.plos.org/plosone/article/file?id=10.1371/journal.pone.0199265&type=printable
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