"Ärzte warnen" - Eine journalistische Enteignung der der ärztlichen Kompetenz? (Diskussion)

Dr. med. Raimund von Helden, Hausarzt, 57368 Lennestadt

2016-04-13

1) Fragestellung

Ärzte genießen ein hohes Ansehen. Das verlockt Journalisten dazu, den Begriff "Ärzte warnen" nach ihrem Gutdünken zu verwenden, um Aufmerksamkeit zu erzielen. Wie steht es mit der korrekten Verwendung dieser Vokabeln im Fall des Beitrags der WELT zum Thema Vitamin D.

2) Methode

Der Beitrag in der WELT über Vitamin D wird Satz für Satz analysiert und anschließend mit den wissenschaftlichen Fakten verglichen.

3) Ergebnisse

Der Beitrag zeigt zahlreiche Verstöße gegen journalistische Pflichten:

  • fälschlich wird behauptet, dass die Verbraucherberatung www.VitaminDservice.de Vitamin D verteiben würde.
  • Die Begriffe "Wundermittel", "Versprechen" und "Allheilmittel" werden einzig und allein von der Journalistin verwendet.
  • Die irreführende Aussage: "... dass der Stoff schädlich sein kann."  - Es werden keine Belege für Schäden aufgeführt.
  • Eine weitere Irreführung "... nicht ausreichend erforscht." - Misstrauen wird pauschal geschürt statt sachlicher Beiträge.
  • Die Pauschalaussage"... erst Vitamin C, jetzt Vitamin D..." pauschale Ablehnung statt differenzierter Diskussion.

4) Folgerungen

Den Gegner in einer Diskussion stark zu überzeichnen ist eine Methode, ihn in Misskredit zu bringen. So wird ein essentieller Naturstoff, nämlich Vitamin D gleichermaßen als unwirksam und gefährlich dargestellt, ohne dies durch eine fachliche Recherche zu vertiefen. Schmerzlich ist, dass der Begriff "Ärzte warnen" missbräuchlich verwendet wird. In Wirklichkeit warnen Ärzte, die zum Thema forschen und publizieren vor den Schäden des Vitamin-D-Mangels: so etwa Rachitis, erhöhte Krebsanfälligkeit und Mortalität.
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Quellenangaben

  • www.welt.de - Der strittige Beitrag:
    „Ärzte warnen: Die Legende vom Wundermittel Vitamin D“ 
    http://www.welt.de/gesundheit/article152006372/Die-Legende-vom-Wundermittel-Vitamin-D.html
  • Dies ist die wissenschaftliche Quelle für die nachgewiesene signifikante Verknüpfung von Mortalität und Vitamin-D-Spiegel in Deutschland:
Autoren: Zittermann A, von Helden R, Grant W, Kipshoven C, Ringe JD. 

Titel: An estimate of the survival benefit of improving vitamin D status in the adult german population.
freier Zugang: Dermatoendocrinol. 2009 Nov;1(6):300-6. doi: 10.4161/derm.1.6.10970. PubMed PMID:21572875 PubMed Central PMCID: PMC3092570
Link: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3092570/


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