EHEC und HUS: Vitamin-D-Mangel als Ursache und therapeutischer Ansatzpunkt (Originalarbeit)

Dr. med. Raimund von Helden, Hausarzt, 57368 Lennestadt, unter Mitwirkung von Gröber Uwe, Grant William B.

2011-06-01

1) Fragestellung

Was ist die Ursache für die Endemien mit EHEC, die zum HUS führen? EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli) können sich schnell verbreiten und sind nur durch hygienische Maßnahmen zu kontrollieren. Das HUS (hämolytisch-urämische Syndrom) kann durch einen Zerfall der roten Blutkörperchen die Niere verstopfen und auch weitere Organe bis zu deren Ausfall schädigen. Die interessante Frage ist: Warum sind in einer Lebensgemeinschaft, z.B: einer Schulklasse zwar viele befallen, doch nur wenige erkrankt? Hat Vitamin D hier eine Schutzfunktion?

2) Methode

  1. Zunächst wird die Literatur auf Berichte über das körpereigene Antibiotikum-System "Cathelicidin" (C) befragt.
  2. Dann wird geprüft, ob Vitamin D  einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des C-Systems hat.
  3. Zudem wird untersucht, wie Vitamin-D-Mangel und die C-Produktion korrelieren.
  4. Am Ende stellt sich die Frage, ob Vitamin D erklären kann, warum besonders junge Frauen erkranken?

3) Ergebnisse

  1. Das Antibiotikum "C" ist extrem leistungsfähig, Resistenzen sind nicht bekannt.
  2. Unter besseren Vitamin-D-Spiegeln finden sich auch bessere Werte für "C"
  3. Das Antibiotikum "C" versagt am häufigsten dann, wenn es an Vitamin D fehlt.
  4. In der Gruppe junger Frauen gibt es besonders viele, die einen extrem niedrigen Vitamin-D-Spiegel haben, was die Anfälligkeit erklären kann.

4) Folgerungen

Es gibt keinen Widerspruch zur Hypothese, dass bei Vitamin-D-Mangel die HUS-Krise bei EHEC-Befall begünstigt. Einerseits kann Cathelicidin Bakterien töten, andererseits basiert das auf Vitamin D, denn gerade bei der Verbreitungsgruppe "junge Frauen" fehlt es im Frühjahr. Eine Korrektur des Vitamin-D-Spiegels durch die Vitamin-D-Therapie ist Betroffenen und deren Umgebung anzuraten. Die EHEC-Misere ist ein weiterer Grund, eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Vitamin D anzustreben. >zur Galerie<


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