McDougall - Dr. von Helden - Thomas Klein: eine Diskussion


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McDougall schreibt über "High Carb Diät" - Hier sind Fragen dazu:

 
Was halten Sie von kritischer Kommentierung von Dr. John McDougall („Die High Carb Diät“) zu Vitamin (D) Supplementierung, der vom Autor der "China Study" (T. Colin Campbell) als einer der führenden Experten auf dem Gebiet der ernährungsbasierten Medizin bezeichnet wird.
  • Dr. McDougall sagt, dass unterm Strich die medizinischen Studien einen negativen Gesundheitseffekt der Vitamin D-Supplementierung bescheinigen. Bzw. sei jede Form konzentrierter, isolierter Vitaminsupplementierung kontraproduktiv. Vitamin D - Mangel könne man nur mit Sonnenlicht und ggfs. mit Solarium begegnen.

Zitat aus dem Buch: „zwei angesehene Cochrane-Studien von 2008 kommen zu dem Schluss, dass Beta-Carotin, Vitamin A und E – alleine genommen oder in Kombination mit anderen Antioxidantien – die Sterblichkeitsrate erhöhen. Meiner Meinung nach gibt er keine höhere Autorität als eine Studie der Cochrane Collaboration (Vereinigung von Ärzten und Wissenschaftlern, die sich an einer evidenzbasierten Medizin orientieren).
  • Die schädliche Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten, konzentrierten Nährstoffen ist das genaue Gegenteil der gesundheitsfördernden Wirkung von frischem Obst und Gemüse.“ In weiteren Text schwingt mit, dass dies auch auf isolierte Vitamin D Supplementierung übertragbar ist. Bzw. wird noch eine Studie zu Vitamin D zitiert, die bei älteren Frauen zu höheren Knochenbrüchen geführt hat.
  • Setzt ein hellhäutiger Mensch einen großen Teil seiner Haut einmal 20-30 min. am Stück der Sommersonne aus, produziert er 10.000 IE Vit. D. Für hellhäutige Menschen reiche es völlig aus, Gesicht, Arme und Hände unbedeckt im Frühjahr, Sommer und Herbst 3x/Woche je 5 Minuten der Mittagssonne auszusetzen. 21-29 ngl/ml „leichter Mangel“ – laut jüngster Forschung aber ausreichend. Beigefügt Kopie der relevanten 6 Seiten aus seinem Buch.
  • Darüber hinaus haben wir gelesen, dass Vitamin D Supplementierung nur etwas bringt, wenn es gleichzeitig mit Vitamin K2 kombiniert wird?! Vitamin D3 sei zur Calciumaufnahme wichtig, Vitamin K sorge dafür, dass das Calcium in die Knochen eingebaut wird. Vitamin K hindere das Calcium im Blut daran, sich als tödliche Plaque in den Arterien festzusetzen und halte so unsere Gefäße sauber. Was halten Sie davon ?
  • Oder sind wir bestens bereits über die Nahrung mit Vitamin K1 und K2 versorgt. Es ist ja wohl hauptsächlich in grünem Blattgemüse, Petersilie, (Grün-)kohl, Brokkoli, Petersilie, Avocardo enthalten, was wir regelmäßig allein durch den täglichen grünen Smoothie zu uns nehmen. Aber ob es genug ist ? Und es ist ja auch nicht gleichzeitig … 
 
Herzlichen Dank schon jetzt für die Antworten.
N.N: (Name der Redaktion bekannt)

Die Antworten von Thomas Klein & Dr. Raimund von Helden

... auf der Basis der Konzepte im Buch: Osteoporose

Anmerkungen zu dem Buch von
John McDougall: Die High-Carb-Diät

Zunächst ist richtigzustellen:
John McDougall empfiehlt in seinem amerikanischen Originalbuch eine stärkereiche Ernährung. Das Buch trägt den Titel: The Starch Solution. Insofern trügt der Titel der deutschen Übersetzung Die High-Carb-Diät, ein anglizistisches Modewort. Der Titel hätte in korrekter Übersetzung: Die Stärke-Diät lauten müssen. 

Eine stärkebetonte Ernährung verspricht in der Tat viele gesundheitliche Vorteile, wenn die Stärke in richtiger Menge und über gesunde Nahrung zugeführt wird (mehr dazu in dem Buch Osteoporose als Folge fehlerhafter Ernährung und Lebensweise von Thomas Klein und Raimund von Helden).

Nun zur Kritik McDougalls an Nahrungsergänzungsmitteln, die wir kurz und knapp widerlegen möchten:

Vitamin E

Der natürliche Vitamin-E-Komplex verbessert die gesundheitliche Verfassung, vor allem durch die Verminderung von oxidativem Streß. Dieser Effekt geht besonders von den Tocotrienolen aus. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen. – Das synthetisch hergestellte Alpha-Tocopherol bewirkt jedoch das Gegenteil und steigert den oxidativen Streß. Diese synthetische Substanz enthält acht Isomere, die in der Natur nicht vorkommen. Besonders schädlich sind hohe Dosen, wie sie oft verabreicht werden. Aber selbst Alpha-Tocopherol aus natürlichen Quellen wirkt nachteilig (ausführlich dazu in dem Buch Osteoporose als Folge fehlerhafter Ernährung und Lebensweise).

Vitamin A

Eine Überlastung ist zu vermeiden. Meist ist eine Zufuhr von Vitamin A unnötig.

Beta-Karotin

Es gibt etwa 800 Karotinoide, die vorzugsweise über farbiges Gemüse und Obst zuzuführen sind. Das gesamte Spektrum ist wichtig. Es sollten keine synthetisch hergestellten Präparate eingenommen werden, welche die Verwertung der Karotinoide aus der Nahrung verschlechtern. Natürliche Karotinoid-Präparate helfen nachweislich dabei, oxidativen Streß zu vermindern, zum Beispiel Astaxanthin (mehr dazu in dem Buch Osteoporose als Folge fehlerhafter Ernährung und Lebensweise).

Folsäure

Diese sollte bevorzugt über Salat und grünes Gemüse zugeführt werden.

Vitamin D

McDougalls Kritik an Vitamin-D-Präparaten wird ebenfalls widerlegt in unserem Buch Osteoporose als Folge fehlerhafter Ernährung und Lebensweise. Es wird gezeigt, weshalb ein optimaler Vitamin-D-Spiegel notwendig ist. Manche Patienten brauchen einen Vitamin-D-Spiegel von 28 ng/ml, andere von 32 ng/ml, einige sogar von 40 ng/ml, damit ein überhöhter Parathormon-Spiegel auf optimale Werte absinkt (Parathormon forciert den Knochenabbau). Da bei der Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels Abweichungen vom wirklichen Wert vorkommen, sollte dieser sicherheitshalber bei über 50 ng/ml liegen. Der optimale Bereich beläuft sich auf 50 bis 90 ng/ml, auch im Hinblick auf die Krebsverhütung. Die von McDougall für ausreichend befundenen 20 ng/ml bedeuten einen ausgeprägten Vitamin-D-Mangel.

Wertlos sind viele Studien...

... zum Einfluß von Vitamin D auf Knochenmasse und Frakturrisiko, weil die gegebenen Dosen meist viel zu gering gewesen sind, als daß der Vitamin-D-Spiegel dadurch hätte angehoben werden können. Bei diesen Studien wurde zumeist nicht einmal der Vitamin-D-Spiegel von Kontroll- und Versuchsgruppe ermittelt. – Wir haben all diese Studien systematisch ausgewertet und als untauglich zurückgewiesen. Eine gute Versorgung mit Vitamin D ist eine wesentliche Voraussetzung, um auch im Alter gesunde und feste Knochen zu bewahren.

Falsch ist die Behauptung, ...

... „hellhäutige Menschen“ bräuchten nur „die Haut von Gesicht, Armen und Händen im Frühjahr, Sommer und Herbst dreimal pro Woche 5 Minuten der Mittagssonne auszusetzen“ (S. 181). Der damit verbundene Vitamin-D-Gewinn ist vernachlässigbar gering (siehe das Buch Gesund in sieben Tagen von Dr. Raimund von Helden).

Richtig ist die Anmerkung, ...

... daß die Sonne neben der Bildung von Vitamin D noch andere positive Wirkungen auf den Organismus ausübt. Deshalb sollte man auf regelmäßige Sonnenbäder achten und seinen Vitamin-D-Bedarf nicht allein über Präparate decken, sondern nur das Defizit ausgleichen.

Zusatzstoffe

Eine weitere Gefahr von Nahrungsergänzungsmitteln sind die Zusatzstoffe, die je nach Fabrikat enthalten sein können.

Schlußfolgerung:

  • Eine Ernährung mit Obst und viel Gemüse verspricht vielfältige gesundheitliche Vorteile, wie auch in unserem Buch ausführlich begründet. Eine solche Ernährung ist notwendig für die Bewahrung der Gesundheit.
  • Doch bei bestimmten Nährstoffen empfiehlt sich die Einnahme von natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Das ist durch eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesen.
  • Wir haben beim Schreiben des Buches zur Osteoporose mehr als 4000 Studien in unsere Recherche einbezogen.
  • Damit Ihnen diese Arbeit von einigen Jahren erspart bleibt, können Sie die klar verständliche Auswertung über alle Nährstoffe in unserem Buch zur Osteoporose nachlesen.

 

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