bRQ - ein neuer Parameter zur Quantifizierung der biologischen Resilienz

Dr. med. Raimund von Helden, Verbraucherberatung Privat-Institut VitaminDelta, 57368 Lennestadt, (ein kreativer wissenschaftlicher Impuls). Dieser Beitrag erscheint wegen der thematischen Zugehörigkeit auch in Bereich in der Vitamin-D-Zeitung: https://www.vitamindservice.de/BRQ

2025-10-03

1) Fragestellung

Warum wird ein Mensch krank, während andere unter scheinbar gleichen Bedingungen gesund bleiben?

  • "Resilienz" - das ist die Antwort auf die Frage nach der unterschiedlichen Gesundheit.
  • Bei guter Resilienz gibt es trotz anscheinend vergleichbarer Umstände weniger Krankheiten, Die Krankheitszeit ist insgesamt kürzer und die Krankheit nicht so ernst.
  • Wie aber kann eine bessere Resilienz enstehen?
  • Dieser Beitrag will einen neuen Parameter vorstellen, der sich zu einem sinnvollen Werkzeug entwickeln könnte: "bRQ"

2) Methode

  • "bRQ" wird in diesem Beitrag definiert 
  • bRQ = (Def.) Vitamin-D-Spiegel [ng/ml] / Zonulin (fäkal) [ng/ml]
  • Es ist wie die meisten diagnostischen Quotienten ohne Einheit.
  • [ng/ml] / [ng/ml] = einheitslos.
  • Zur besseren Darstellbarkeit wird diese Zahl als Prozentzahl formuliert
  • 100/100 = 1,00. oder 100 %

3) Ergebnisse

  • Für den Umgang ist es nötig, die Extremwerte für Vitamin D und Zonulin zu diskutieren.
  • Typischerweise werden Vitamin-D-Spiegel zwischen "<4", hier vereinfacht auf "4" und "200"ng/ml  gemessen.
  • Zonulin fäkal wird typischerweise zwischen 30 und 800 ng/ml beschrieben.
  • Maximal hohe Extremwerte für (Vitamin D/ Zonulin) =  200 / 30 = 6,66 also 666 %
  • Gute Werte (Vitamin D/ Zonulin) 90/30= 3,33 also 333 %
  • Mäßige Werte (Vitamin D/ Zonulin)  30/60=0,5  also 50 %
  • Der niedrigste Extremwert (Vitamin D/ Zonulin) 4/ 800=0,005 also 0,5 %

4) Folgerungen

  • Über die biologische Resilienz des Menschen ist schon viel diskutiert worden.
  • Hier wird der Versuch unternommen, messbare Parameter für die mathematische Beschreibung zu finden.
  • Vitamin D ist besonders geeignet, weil der Vitamin-D-Spiegel wie kein anderer die Sterblichkeit des Menschen vorhersagen kann.
  • Das fäkale Zonulin ist ein Parameter des Leaky-Gut-Syndroms und darin wird ein Trigger für viele bislang ungeklärte Krankheiten vermutet.
  • Beide werden in ng/ml gemessen, was einen Quotienten sinnvoll erscheinen lässt.
  • Es bleibt abzuwarten, ob Studien in diesem bRQ in Zukunft einen prognostisch starken Parameter bestätigen.
  • Das Wissen über den Vitamin-D-Spiegel und Zonulin lässt darauf hoffen.
  • Vorteilhaft ist es ebenso, dass dieser hier erstmals skizzierte Parameter eine Intervention mit Vitamin D und NaNa10 erlaubt.
  • Dadurch erscheint es möglich, die biologische Resilienz des Menschen nicht nur zu bestimmen, sondern auch zu verbessern.
  • Die Absicht bei der Konstruktion des Parameters ist es, die beiden Laborwerte mit prognostischer Kraft zu vereinen.

Quellenangaben

Zitat:
vonHelden R: bRQ - ein neuer Parameter zur Quantifizierung der biologischen Resilienz
https://www.vitamindservice.de/8295
https://www.vitamindservice.de/BRQ

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Exkurs "RQ" als Thema der Forschung

Gliederung: A-B-C-D 

A) biologischer RQ - gibt es das schon?

B) Rückblick RQ - wie wird der Begriff derzeit genutzt?

C) derzeitige Forschung

C1) Vitamin D & RQ
C2) Zonulin & RQ
C3) knapp vorbei: die LORA-Studie und Vitamin D
C4) knapp vorbei: die LORA-Studie und Zonulin

D) Unsere klare Definition des biologische RQ ist eine neuartige Chance zu Diagnose und Therapie 

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A) "biologischer RQ" - gibt es das schon?

Gibt es einen RQ in der biologischen Ebene des Menschen?

  • Gibt es irgendeinen Meßwert, der in der Lage ist, eine prognostische Kraft zu entfalten?
  • Kann man mit Laborergebnissen die gesundheitliche Zukunft des Menschen vorhersagen?
  • Können wir die Widerstandskraft gegenüber gesundheitlichen Störungen aller Art messen mit einem bRQ?

 

  • Es gibt auch Ansätze, die Resilienz biologisch untersuchen.
  • Allerdings gibt keinen standardisierten "biologischen Resilienz-Quotienten" (RQ) wie beim Intelligenzquotienten oder Body-Mass-Index.
  • Es gibt biologische Marker, die mit Resilienz in Verbindung gebracht werden.
  • Das bedeutet: Forscher versuchen, biologische, körperliche oder genetische Merkmale zu finden, die Hinweise auf die Widerstandskraft geben könnten.

Mögliche biologische Grundlagen der Resilienz

Stresshormone (z. B. Cortisol)

  • Chronisch hohe oder sehr schwankende Cortisolspiegel können auf eine verminderte Resilienz hinweisen.
  • Menschen mit hoher Resilienz zeigen oft eine gesunde, flexible Cortisolantwort auf Stress.
  • Entzündungsmarker: ein niedriger Spiegel an entzündungsfördernden Zytokinen (z. B. IL-6, TNF-α) wird mit besserer Resilienz in Verbindung gebracht.
  • Chronische Entzündungen im Körper stehen im Verdacht, die psychische Belastbarkeit zu senken.

Herzratenvariabilität (HRV)

  • Die HRV zeigt, wie flexibel das Herz auf Stress reagiert.
  • Hohe HRV = besser reguliertes Nervensystem = höhere Resilienz.
  • Wird z. B. mit Wearables (Brustgurte, Smartwatches) gemessen.

Neurotransmitter & Gehirnaktivität

  • Dopamin, Serotonin und Noradrenalin spielen eine Rolle bei Stimmung und Belastbarkeit.
  • Resiliente Menschen zeigen oft eine aktivere Präfrontale Kortexregion, die Emotionen besser reguliert.
  • Die Amygdala (Angstzentrum) ist bei resilienten Menschen meist seltener überaktiv.

Genetische Faktoren

  • Einige Genvarianten, etwa im Serotonintransporter-Gen (5-HTTLPR), können die Stressverarbeitung beeinflussen.
  • Epigenetik (z. B. DNA-Methylierung durch frühe Kindheitserfahrungen) spielt ebenfalls eine Rolle.
  • Noch gibt es keinen biologischen RQ-Wert
  • Stattdessen gibt es: Biomarker-Profile, die auf eine höhere oder geringere Resilienz hinweisen können.
  • Forschungskonzepte, in denen versucht wird, biologische Daten (HRV, Cortisol, Entzündungswerte usw.) zu einem „Resilienzindex“ zu kombinieren.
  • Der Vitamin-D-Spiegel ist prognostisch relevant, ebenso die Zonulin-Bestimmung.
  • Vorteilhaft erscheint es, dass hier gleichzeitig eine Intervention gegeben ist: die Vitamin-D-Therapie und die NaNa10-Therapie.

Aktuelle Forschung

  • Die Resilienzforschung bewegt sich zunehmend in Richtung einer interdisziplinären Betrachtung:
  • Kombination aus psychologischen, biologischen und sozialen Faktoren („biopsychosoziales Modell“ der Resilienz)
  • Beispiel: Das deutsche „LORA“-Projekt (LOngitudinal Resilience Assessment) untersucht genau solche Zusammenhänge mit Hirnscans, Genetik und Fragebögen.
  • Unten mehr zu "LORA"

Fazit:
Einen etablierten „biologischen Resilienz-Quotienten“ gibt es derzeit (2025) nicht, obwohl es von Interesse ist.
Auf jeden Fall es gibt biologische Hinweise und Marker, die mit Resilienz in Verbindung stehen.
Resilienz ist ein komplexes Zusammenspiel aus Genetik, Biologie, Psyche und Umwelt.
Die Forschung entwickelt sich schnell – vielleicht gibt es in Zukunft mehr Interesse an einen „biologischen RQ“.

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B) Rückblick RQ - wie wird derzeit der Begriff „Resilienzquotient“ genutzt?

Der Resilienz-Quotient (auch Resilienzindex oder Resilienzscore) ist ein Konzept zur Messung der seelischen Widerstandskraft (Resilienz) eines Menschen.
Ähnlich wie ein Intelligenzquotient (IQ) soll er in einer Zahl ausdrücken, wie gut jemand mit Stress, Krisen, Rückschlägen und Veränderungen umgehen kann.

1. Definition:
Der Resilienz-Quotient ist ein numerischer Wert, der aus psychologischen Tests oder Fragebögen ermittelt wird.
Er zeigt an, wie stark die Fähigkeit einer Person ist, sich von belastenden Ereignissen zu erholen oder daran zu wachsen.

2. Wie wird der Resilienz-Quotient gemessen?
Es gibt verschiedene wissenschaftliche und halb-wissenschaftliche Verfahren, z. B.:
Resilience Quotient Test (RQ-Test) von Dr. Al Siebert
Resilience Scale (RS) von Gail Wagnild & Heather Young
Brief Resilience Scale (BRS)
Connor-Davidson Resilience Scale (CD-RISC)

Diese Tests enthalten Fragen oder Aussagen zu verschiedenen Lebensbereichen, wie z. B.:

  • Optimismus
  • Selbstwirksamkeit
  • emotionale Kontrolle
  • soziale Unterstützung
  • Problemlösefähigkeit
  • Sinnorientierung

Die Antworten werden in Punkte umgerechnet, die zu einem Gesamtwert (dem Resilienz-Quotienten) zusammengefasst werden.

3. Was sagt der Resilienz-Quotient aus?
Ein hoher RQ bedeutet:

  • Gute Stressbewältigung
  • Psychische Stabilität
  • Schnelle Erholung nach Rückschlägen
  • Flexibilität im Denken und Handeln

Ein niedriger RQ weist auf Probleme hin:

  • Schwierigkeiten mit Stress oder Veränderungen
  • Geringes Vertrauen in die eigene Bewältigungskompetenz
  • Höheres Risiko für psychische Belastungen

4. Kritik und Einordnung:
Der RQ ist noch kein medizinischer oder offizieller diagnostischer Wert.
Als orientierender Indikator kann er helfen, Erklärungen zu finden.
Er eignet sich gut für Selbstreflexion oder Coaching.
Der RQ ist nicht objektiv wie ein Blutwert oder IQ-Test.

5. Fazit:
Der derzeitge Gebrauch des RQ oder Resilienz-Quotient ist eine Zahl zur Einschätzung der seelischen Belastbarkeit.
Er kann helfen, das eigene psychische „Immunsystem“ besser zu verstehen und gezielt daran zu arbeiten.
Ein hoher RQ bedeutet nicht, dass man keine Probleme hätte, ...
... sondern dass man vergleichsweise besser mit vorhandenen Problemen umgeht.
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C) derzeitige Forschung

C1) Vitamin D & RQ

Hansen et al. (2020)

  • Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie (n= 86) untersuchte Vitamin‑D‑Supplementierung im Winter und deren Wirkung auf biologische Marker der Stressresilienz (z. B. Herzfrequenzvariabilität, Herzrate, Reaktionen auf Stress).
  • Die Ergebnisse zeigten, dass die Kontrollgruppe ohne Vitamin D schlechtere Stressantworten hatten. 
  • Diese Studie fand jedoch keine signifikanten Effekte von Vitamin D auf Serotonin oder Cortisol in der untersuchten Population. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33114392/
  • Allerdings wurde der Vitamin-D-Spiegel durch die geringe Intervention" (1600 Einheiten x 135 Tage) nur minimal gesteigert.
  • Der Vitamin-D-Spiegel war in der Placebo-Gruppe  25,2.ng/ml (n= 39) in der Therapiegruppe 30,4 ( n = 30)
  • Der geringe Effekt einer Verbesserung von 5 ng/ml im Vitamin-D-Spiegel lässt sich mit dem www.VitaminDSimulator.de ®  vorhersagen.
  • Das Design der Studie ist zum Scheitern verurteilt.
  • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33114392/

Terock J et al. (2020)

  • Assoziationsstudien deuten auf Zusammenhang hin, aber ohne Kausalität
  • Menschen mit höheren Vitamin-D-Spiegeln hatten tendenziell eine bessere Resilienz.
  • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33052028/
  • Aber solche Studien können nicht zeigen, ob das Vitamin D die Resilienz bewirkt

Grenzen & Inkonsistenzen:

  • Viele Studien haben kleine Stichproben oder heterogene Populationen.
  • Unterschiedliche Dosierungen von Vitamin D, unterschiedliche Zeiträume und Ausgangs-Vitamin-D-Stände erschweren Vergleiche.
  • Manche großen Studien, besonders im Bereich Depression, zeigen keinen überzeugenden Nutzen von Vitamin D bei Prävention oder Therapie – was darauf hindeutet, dass der Effekt, falls vorhanden, begrenzt ist oder auf bestimmte Subgruppen beschränkt sein könnte. (z. B. JAMA-Studie) JAMA Network
  • Resilienz selbst ist ein komplexes Konstrukt – nicht alle Studien messen sie gleich, und viele fokussieren eher auf psychische Erkrankungen oder Symptome als auf Anpassungs- und Erholungsprozesse.

Mechanismen, die diskutiert werden:

  • Vitamin D beeinflusst Neurotransmitter (z. B. Serotonin), entzündungshemmende Prozesse und möglicherweise Stresshormonachsen.
  • Durch Wirkung auf das Immunsystem und Entzündungsregulation könnte Vitamin D eine indirekte Rolle bei der Aufrechterhaltung psychischer Belastbarkeit spielen.
  • Es wird diskutiert, dass Vitamin D helfen könnte, „überschießende“ Stressreaktionen zu dämpfen oder die Erholung zu fördern.

C2) Zonulin & RQ
Wegen der komplexen Schädigung des Organismus ist Zonulin von hohem Interesse

  • Es gibt einige Studien die Zonulin, Darmpermeabilität („Leaky Gut“) in Verbindung zur Resilienz sehen:
  • Stress, psychischer Gesundheit oder Resilienz bzw. stressbezogene Reaktionen wurden untersucht.
  • Es ist aber noch kein klarer „Resilienz‑Zonulin“‑Forschungsstrang etabliert.
  • Hier sind relevante Befunde und Forschungslücken: 

Studien & Befunde

Linninge et al. (2018): „Effects of acute stress provocation on … zonulin und inflammatorische Marker“

  • In dieser Studie wurde bei 40 jungen Männern mittels eines sozialen Stressors (VR-Version des Trier Social Stress Test) geprüft, wie sich Zonulin (als Marker der Darmpermeabilität) unter Stress verändert.
  • Ergebnis: Die Darmpermeabilität (gemessen über Zonulin) zeigte schon innerhalb einer Stunde nach Stressinduktion Schwankungen, und das Niveau hing mit Entzündungsmarkern zusammen. (PubMed)
  • Interpretation: Stress scheint kurzfristig die Darmbarriere beeinflussen zu können — also ein möglicher Mechanismus, wie Stress biologische Systeme beeinflusst.

Wright (2022), Dissertation: „Zonulin as a Mediator of Psychological Stress …“

  • In dieser Arbeit wurde untersucht, ob Zonulin eine vermittelnde Rolle zwischen psychischem Stress und Entzündungsparametern hat, speziell im Zusammenhang mit oraler Entzündung (Parodontitis).
  • Ergebnis: Zonulin war ein signifikanter Prädiktor für bestimmte zahnmedizinische Entzündungsparameter. Die erwartete direkte Verbindung zwischen psychologischen Stressvariablen und Zonulin war nicht stark belegt, aber es wurden explorative Hinweise auf Zusammenhänge mit depressiven Symptomen gefunden. (researchrepository.wvu.edu)

Kelly et al.,(2015):„The Gut Microbiome, Intestinal Permeability and Stress“

  • Diese Arbeit diskutiert, wie Stress, Darmmikrobiom und Permeabilität (inkl. Zonulin) im Kontext der Darm‑Hirn-Achse interagieren.
  • Sie zitiert eine Studie, in der eine Probiotika‑Intervention über 14 Wochen bei Athleten zu einem Rückgang von fäkalem Zonulin führte. (Frontiers)
  • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26528128/

Veres‑Székely et al., (2023): „Zonulin as a Potential Therapeutic Target in Microbiota‑Gut‑Brain Axis“

  • In dieser Übersichtsarbeit werden neuere Erkenntnisse zu Zonulin, der Regulation von Tight Junctions, dem Einfluss des Mikrobioms und Verbindungen zum Gehirn besprochen. Zonulin wird als potenzieller Mechanismus in der Darm‑Hirn‑Achse betrachtet, etwa in Bezug auf erhöhte Permeabilität, Neuroinflammation und Verhalten. (MDPI)
  • „Inflammation‑driven brain and gut barrier dysfunction in psychiatric disorders“:
  • Diese Übersichtsarbeit beschreibt, wie Stress und Entzündungen Barrieren (Darm, Blut-Hirn-Schranke) beeinflussen
  • Ein theoretischer Rahmen, in dem Zonulin eine Rolle spielen könnte. (Wiley Online Library)
  • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37108711/

Doney et al. (2021) Meta‑Analyse bei Kindern mit psychischen Störungen

  • Eine systematische Übersichts- und Meta‑Analyse von Studien bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen fand erhöhte Serum-Zonulinspiegel im Vergleich zu Kontrollen (z. B. bei ADHD, Autismusspektrumstörung).
  • Die Autoren betonen, dass gestörte Darmbarrierefunktion – gemessen u. a. über Zonulin – in Verbindung zu neurologischen bzw. psychiatrischen Symptomen stehen könnte.
  • (PubMed) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33876886/

Bewertung und Forschungslücken

Kaum direkte Resilienzstudien mit Zonulin

  • Es gibt einige Studien, die Stress, Darmpermeabilität und Zonulin mit psychischen bzw. Entzündungsparametern verknüpfen.
  • Allerdings fehlt derzeit eine große, longitudinale Studie, die gezielt den Resilienzprozess (also Erholung, Anpassung über Zeit) mit Zonulin-Messungen verfolgt.
  • Zeitliche Dynamik & Kausalität unklar
  •  Studien wie die von Linninge et al. zeigen kurzfristige Schwankungen unter Stress, aber sie können nicht beweisen, ob erhöhte Zonulinwerte die psychische Resilienz beeinflussen oder nur ein Folgeparameter sind.

Maß und Validität von Zonulin

  •   In der Zonulin-Forschung gibt es methodische Herausforderungen:
  • Welche Isoformen von Zonulin genau gemessen werden, wie spezifisch das Messverfahren ist, wie stark Schwankungen durch Ernährung, Darmflora etc. sind, und wie gut der Marker validiert ist (z. B. im Vergleich zu funktionellen Tests der Darmpermeabilität).
  • Die Übersichtsarbeit von Veres‑Székely u. a. weist auch auf teils unklare Nomenklatur und technische Limitationen hin. (MDPI)

Einflüsse des Mikrobioms & Entzündungsprozessen

  •   Zonulin ist eng mit Veränderungen im Darmmikrobiom und entzündlichen Prozessen verknüpft.
  • Viele Effekte, die man auf Resilienz zurückführen könnte, könnten auch durch diese Zwischenwege vermittelt sein. (MDPI)

Fazit

  • Ja, es gibt Forschungsarbeiten, die Zonulin und Stress / psychische Zustände in Beziehung setzen.
  • Aber Resilienzforschung mit Fokus auf Zonulin ist noch ein relativ neues und nicht stark etabliertes Feld.

Um den Einfluss von Zonulin auf Resilienz klarer zu verstehen, wären folgende Studien hilfreich:

  • 1. Longitudinale Studien, die Zonulin über mehrere Zeitpunkte messen und mit Resilienz-Verläufen korrelieren.
  • 2. Interventionsstudien, z. B. mit Mikrobiom-Modulation oder Zonulin-Inhibitoren, um Effekte auf Stressbewältigung oder Resilienz zu prüfen.
  • 3. Multimodale Studien, die neben Zonulin auch andere Marker (Entzündungen, HRV, Neurotransmitter etc.) erfassen.

C3) knapp vorbei: die LORA-Studie und Vitamin D

Gibt es einen Einbezug von Vitamin D  in die derzeitige Resilienzstudie namens LORA?

Leider verpasst (Stand 2025)

  • Es gibt keine öffentlich zugängliche wissenschaftliche Publikation, die bestätigt, dass im LORA‑Projekt (Stand der Dokumentation) Vitamin D (z. B. Serum‑25‑Hydroxyvitamin‑D) systematisch als Biomarker gemessen wurde.
  • Die offiziellen Beschreibungen des LORA‑Projekts nennen die Entnahme von Blutproben für genetische und epigenetische Analysen, aber sie spezifizieren nicht, dass Vitamin D oder andere Mikronährstoffe Teil des Blut‑Panels sind. 
  • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32683526/
  • In der Publikation „rationale and basic design of the MARP and LORA studies“ wird allgemein davon gesprochen, dass „wiederholte Messungen (temporär veränderliche individuelle Eigenschaften)“ mit dem Resilienzverlauf verknüpft werden sollen,
  • Vitamin D wird dort nicht explizit als Untersuchungsgröße genannt. (ResearchGate)

Wird Vitamin D im Rahmen des LORA-Projekts beachtet?
Die Antwort bleibt Nein.

C4) knapp vorbei: die LORA-Studie und Zonulin

Gibt es einen Einbezug von Zonulin in die derzeitige Resilienzstudie namens LORA?

Nein, In den öffentlich zugänglichen Beschreibungen des LORA‑Projekts (Longitudinal Resilience Assessment) ist nichtverzeichnet, dass Zonulin explizit untersucht wird.

Belege:

  • Die Publikation „Longitudinal determination of resilience in humans …: the LORA study“ führt in den Bioproben auf: Blut für genetische und epigenetische Analysen, Stuhl (Mikrobiom), Haar (Cortisol). (PMC)
  • In der Beschreibung der Methodik und im Studiendesign werden keine Mikronährstoffe oder Marker der intestinalen Permeabilität wie Zonulin genannt. (Deutsche Nationalbibliothek)
  • Auch in den Listen der „Resilienzmechanismen“ und möglichen Biomarkern, die LORA erfassen will (z. B. mikrobielle Analysen, Genetik, Epigenetik), taucht Zonulin nicht als Zielmarker auf. (Deutsche Nationalbibliothek)
  • Auch das PDF‑Material zur Methodik (über d-nb.info) enthält eine Liste der Proben und Parametertypen, ohne Zonulin als Zielmarker anzuführen. (Deutsche Nationalbibliothek)
  • Ebenso in Zusammenfassungen und Profilen des Projekts (z. B. Atlas Longitudinal Datasets) wird nicht auf Zonulin hingewiesen. (atlaslongitudinaldatasets.ac.uk)
  • In neueren Artikeln oder Updates zum LORA-Projekt konnten wir ebenfalls keine Erwähnung von Zonulin als Messgröße finden (Stand der Recherche).

Wird Zonulin im Rahmen des LORA-Projekts beachtet?
Die Antwort bleibt Nein.
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D) der biologische RQ (bRQ): Chance zu Diagnose und Therapie 

  • Die Definition des bRQ ist durch eine Labormessung zu erreichen:  Vitamin D [ng/ml] / Zonulin [ng/ml]  = [%]
  • Vitamin D und Zonulin sind bekannte Parameter für "Stress". 
  • Mit einem ungünstigen bRQ wird sogleich ein therapeutischer Weg gezeigt:
  • die Vitamin-D-Therapie und die Behandlung mit Nana10.

 

 




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