ZEITSCHRIFT: Die RACHITIS und ihre biochemische Behandlung (1935)

Autor:
F. Schmidt

Aus dem Inhalt:

(...) Auch Frühgeburten und Zwillingskinder sind der Rachitis stärker unterworfen als andere. 
  • Als erstes Zeichen beginnender RACHITIS beobachten wir auffallende Veränderungen im Befinden und Verhalten des Kindes, wie Blässe, Verstimmungen, Schweiße am Hinterkopf und Verdauungsstörungen. Diese Anzeichen zeigen sich jedoch erst, nachdem die Erkrankung des Knochengerüstes bereits eine Zeitlang im Gange ist.
  • Die besonders beim Liegen des Kindes unter dauerndem Druck stehenden Scheitel - und Hinterhauptbeine  werden durch die Einschmelzung des festen Knochengewebes von innen her  stark verdünnt, weich und eindrückbar.
  • Die Nähte und Fontanellen bleiben länger offen und die stärkere Vorwölbung der Stirn und Scheitelbeinhöcker ergibt häufig eine vierkantige Schädelform, den sogenannten rachitischen Quadratschädel.
  • Die mangelhafte und ungenügende Kieferbildung bewirkt verspäteten und unregelmäßigen Durchbruch der Zähne. (...) Zahnschmelzdefekte in Streifen oder Ringform, beim bleibenden Gebiss ausgedehnte Fäulnis des Zahnbeins (sogenannter zirkuläre Zahnkaries) fehlerhafte Zahnstellung sind ebenfalls Zeichen auftretender oder überstandener RACHITIS.
  • Nicht selten beobachten wir nach hinten gerichtete Verkümmungen der Lendenwirbelsäule.
  • Da auch der Brustkorb im Wachstum zurückbleibt und sich besonders die unteren Teile stark verengen, so entsteht die sogenannte Trichterbrust. Von vorn oben nach seitswärts untensieht oder fühlt man die verdickten Gelenkenden als eine perlschnurartige vorspringende und verlaufende Kette von Knoten den sogenannten rachitischen Rosenkranz. 
  • Die weitere Erweichung der Knochen ergibt im Laufe der Zeit eine Abplattung des Brustkorbes, während das Brustbein gratartig nach vorne getrieben ist und so die rachitische Hühnerbrust entsteht. 
  • Auch beim Becken kommt es zu starken Abplattungen und zur Verengung des Beckeneingangs, was sich besonders beim weiblichen geschlecht bei späteren Geburten sehr ungünstig bemerkbar machen kann. 
  • An den langen Röhrenknochen stellen sich mancherlei Veränderungen ein wie , Verkrümmungen, Knickungen Einbrüche (unvollständige Brüche, Infraktionen) und Brüche (Frakturen)
  • Auch an den