Von Lichtkäfigen und Vitamin D: Englands Kampf gegen Rachitis

Wie England Rachitis vorbeugen wollte

  • Diese Bilder stammen aus Großbritannien.
  • Das Bild zeigt, wie erfinderisch man in England gewesen ist, um die Versorgung mit Vitamin D sicherzustellen.
  • Dort versuchte man vor langer Zeit mit solchen Lichtkäfigen am Fenster, die Rachitis der kleinen Kinder zu verhindern.

Zurück in unsere Zeit: September 2016

Eine junge Mutter hatte mit ihren beiden Kleinkindern eine Zeit lang in England gelebt.
Sie berichtete, dass es dort üblich sei, Kinder bis zu einem Alter von 10 Jahren mit Vitamin D zu versorgen.
Für die behandelnden Ärzte ist das dort anerkannter Standard.
Zurückgekehrt nach Deutschland kam es dann zu einer typischen Unterbrechung der Versorgung mit Vitamin D.
In der Folge litten die Kinder unter Verstopfung und Schmerzen in den Beinen.

Vitamin-D-Versorgung im internationalen Vergleich:

Empfehlungen in Großbritanien:

  • In Großbritannien wird Kindern im Alter von 1 bis 4 Jahren ganzjährig täglich Vitamin D empfohlen.
  • Für Kinder über 4 Jahre und Erwachsene gilt die Empfehlung, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten Vitamin D zu ergänzen; bei erhöhtem Mangelrisiko wird eine ganzjährige Einnahme empfohlen. 
Empfehlungen in Deutschland:
  • In Deutschland empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin die routinemäßige Vitamin-D-Prophylaxe bei Säuglingen in der Regel bis zum zweiten erlebten Frühsommer, also je nach Geburtszeitpunkt höchstens etwa 1 bis 1½ Jahre. 
  • Somit ist die allgemeine Rachitisprophylaxe mit Vitamin D auf die ersten 12–18 Lebensmonate beziehungsweise bis zum zweiten erlebten Frühsommer begrenzt.
  • Danach geht man in den offiziellen Empfehlungen davon aus, dass größere Kinder ihren Vitamin-D-Bedarf über die körpereigene Bildung durch Sonnenlicht decken können. 

Rachitis-Risiko endet nicht mit dem ersten Lebensjahr

  • Das Absetzen von Vitamin D nach dem 1. Lebensjahr ist ein gravierender Fehler. Viele Kinderärzte stellen die Verordnung sofort ein, wodurch das Kind langfristig gesundheitlichen Schaden erleidet.
  • Die Begründung "Kinder können jetzt laufen und in die Sonne gehen" ist ein Widerspruch: Gleichzeitig wird vor Sonne gewarnt (Hautkrebs!) und pausenlos Sonnencreme eingesetzt – die wiederum die Vitamin-D-Bildung verhindert .
  • Daten aus Prag zeigen: Die Rachitis-Gefahr besteht besonders in den ersten 3 Lebensjahren, nicht nur im ersten! Eine RKI-Studie (Hintzpeter, 2008) belegt: 87-94% der Kinder in Deutschland haben einen Vitamin-D-Spiegel unter 30 ng/ml. Seit 16 Jahren ist nichts passiert!
  • Vitamin D sollte nicht nur im ersten Lebensjahr, sondern dauerhaft gegeben werden – besonders in den Herbst- und Wintermonaten, mit einer Dosierung entsprechend dem Körpergewicht.

Tipp:

  • Wenn Kinder an „Darmträgheit“ und/oder „Wachstumsschmerzen“ leiden, sollte man einen Vitamin-D-Mangel als Ursache vermuten und diesen entsprechend behandeln.
  • Selbst der Zeitraum von 10 Jahren ist zu kurz.
  • Im Prinzip finden sich zu allen Jahreszeiten Kinder mit ausgeprägten Symptomen des Vitamin-D-Mangels.
  • Der Nachweis gelingt regelmäßig durch eine Heilung nach der Füllung des Vitamin-D-Speichers.

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