HEFT: Die Einwirkung der RACHITIS auf Kiefer und Zähne (1933)

Autor: 
Alfons Herrmann

  • approbierter Schulzahnarzt
    zur Erlangung der zahnärztlichen Doktorwürde

Aus dem Inhalt:


Es liegt nun auf der Hand, dass eine Krankheit, die derartig weitgehenden Einfluss auf den Aufbau des Knochensystems besitzt, auch sich an den Kiefern und Zähnen auswirkt.
(...) Letztere fanden unter 70 Pfleglingen eines Säuglingsstifts 73 % an Rachitis erkrankt. Von diesen rachitischen Kindern hatten 48 bis 70,8 % Anomalien der Kiefer, während sich bei den übrigen Kindern ohne deutliche rachitische Symptome unter 18 Fällen nur 9 mit Kieferdefomierungen zeigten (50 %). Diese deformierungen waren aber wesentlich leichterer Natur und nur an einem Kiefer vorhanden.
(Seite 10)
(...) Port-Euler führen in ihrem Lehrbuch der Zahnheilkunde der Kiefer-RACHITIS folgendes an: Der Unterkiefer verliert seine parabolische Form. Der Bogen, in welchem normalerweise die Frontzähne aufgestellt sind, flacht sich ab und wird zu einer Geraden. Dadurch entsteht eine winkelige Knickung in gegend der Eckzähne. Durch die Abflachung des Bogens wird der raum für die Schneidezähne beschränkt. Sie müssen sich daher ineinanderschieben, indem sie mit ihren Schneidekanten über das Niveau der Kauebene hervortreten. Die Eckzähne stehen meist gegen die Linie der Schneidezähne etwas vor und markieren deutlich die Knickung des Zahnbogens. Außerdem zeigen die hinteren Zähne eine ausgesprochene Neigung gegen die Mundhöhle zu. Oft ist auch der kiefer im Ganzen verdickt. (...) Besonders eingehend hat Eicheler die veränderungen am rachitischen Kiefen studiert.
​(Seite 13)