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Autor :
Emil Mengert
Inaugural - Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde
Aus dem Inhalt:
Vorgeschichte
Marie gruber, geb. am 9. mai 1912, als erstes Kind, kam als 8-Monatskind zur Welt. Bei der geburt war das Kind bläulich, der Bauch groß und aufgetrieben. Die gesunde Mutter (...) hat noch 2 Kinder, einen 5 jährigen Knaben und ein 3 jähriges Mädchen. Der Knabe dessen Unterschenkel leicht gebogen sind, zeigt noch einen deutlich feststellbaren rachitischen Rosenkranz und links eine pes Valgus-Stellung. Das Mädchen hat stark verkrümmte Beine und eine leichte Verdickung der distalen Epiphyse der beiden Unterarme.
(...) Die Mutter bemerkte, das die Fontanellen mit einem Jahr noch offen waren. (...) Das Kind konnte mit 2 Jahren zitternd auf den Beinen stehen und mit Anhalten einige Schritte laufen, war aber sehr schwach auf den Beinen.
Mit 2 1/2 Jahren wurde das Kind plötzlich unter fieberhaften Erscheinungen krank, phantasierte, zitterte, aß nichts mehr, schwitzte sehr stark, war kurzatmig und hartnäckig obstipiert. Es durfte 2 bis 3 Tage nicht angefasst werden, da alle Glieder sehr schmerzhaft waren und lag wie gelähmt im Bett, ohne weder Arm noch Bein rühren zu können. Nach 4 bis 5 Wochen trat allmähliche Besserung ein. Zuerst kam Bewegungsfähigkeit in die Hände, einige Tage später in die Beine, die Fortschritte zur Besserung waren sehr langsam. Die Mutter bemerkte, trotzdem dass das Kind ständig lag, jetzt bereits die ersten Anzeichen von Verkrümmungen der Arme und beine und der Wirbelsäule. Das Kind wurde langsam kräftiger, doch nahmen die Verbiegungen in den Gliedern ständig zu, auch äußerte das kind beim sitzen und beim An - und Ausziehen ständig noch Schmerzen. Dieser Fieberanfall wiederholte sich jährlich ungefähr zweimal.
Aufnahme:
Das nur 66 cm lange und 11 kg schwere Kind macht auf den Beschauer einen bedauernwerten Eindruck. Der große Kopf, der aufgetriebene Leib, die außerordentlich verkrümmten Extremitäten geben zusammen das Bild eines schwer verkrüppelten und missgestalteten Körpers.
Im einzelnen ist eine dünne, faltige und trockene Haut über den ganzen Körper gespannt und bedeckt die dürftig entwickelte, oft durch veränderte Ansatzpunkte verkürzte Muskulatur von schlaffen Tonus. Die Muskeln sind oft als Stränge fühlbar, weisen aber keine Kontrakturen auf. Ekzeme und vasomotorische Erregbarkeit ist nirgends festzustellen. Das Kind sitzt frei mit gerade Rücken, kann sich aber nicht allein aufsetzen.
Der große viereckige Kopf mit den ausgeprägten Tibera frontalia und dem breiten asymetrischen gesicht ist unverhältnismäßig groß. Der gutbehaarte Schädel ist fest, das Hinterhaupt ist abgeflacht.
(Seite 5 bis 7)
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