BUCH: Vitamin D - seine Strukturformeln, Wirkungen und Anwendungen (1953)

Autor:
Dr. J. Schepp


Aus dem Inhalt:


Vitamin D ist das antirachitische Vitamin, weil es auf den Kalk-Phosphorhaushalt des Körpers einwirkt, dessen Störungen das verschiedenartige Bild der RACHITIS ergeben.
Im einzelnen verbessert Vitamin D die Resorption von Kalk und Phosphor im Darm, wenngleich die Resorption auch durch den Chemismus der Stoffe an sich bedingt wird oder erhöht werden kann, z.B. durch besonders leicht resorbierbare Kalksalze, oder (...) Förderwirkung von Eiweiß bzw. seinen Aminosäuren. Die ionisierende Form von Calcium soll (...) eine besondere Rolle bei der Resorption spielen.

Zugleich bewirkt Vitamin D die Anlagerung von Kalk, weil es den Kalkstoffwechsel des Skelettsystems beherrscht. Ohne seine aktivierende Anwesenheit kommt die Verkalkung des Epiphysenknorpels nicht zustande, die einen bestimmten Phosphor-Kalkkomplex im Blutserum voraussetzt. Durch Versuche ist erwwiesen, dass in einem ausgeglichenen normalen Serum ein rachitischer Knochen normal mineralisiert. Die Verminderung des Kalkspiegels im Blute erscheint also ein Ausgangspunkt der RACHITIS (Hypokalzämie).

(...) dass auch Dysfunktionen innersekretorischer Drüsen zu den Entstehungsursachen von RACHITIS gehören können (...) dass auch zwischen Vitamin D und den Hormonen wechselseitige Beziehungen bestehen. Die Vitamin-D-Anreicherung führt zu einer Verkleinerung der Nebenschrilddrüsen, während Vitamin-D-Mangel deren Größenzunahme bewirkt. (...) Das von den Epithelkörperchen gebildete Parathormon aktiviert den Kalk-und-Phosphorstoffwechsel. Sein Ausfall führt zu Hypocalzämie und Hypophosphatämie. Bekannt sind auch in der Tierhaltung die entsprechende tetanischen Krämpfe.

(Seite 18)