BUCH: Die Rachitis-Prophylaxe in der Zeit von 1953 - 1965 in Bonn (1973)

Autor: 
Brita-Maria Schlüter

Aus dem Inhalt:

Frage der Überdosierung
Im Jahre 1938 stellte Harnapp fest, dass die ausreichende Rachitisprophylaxe bei 5 mg liege und dass höhere Dosierungen von 7,5 bis 10 mg Vitamin D einen unbedingten Schutz durch den ganzen Winter böten. Abschließend hielt er eine Einzelgabe von 7,5 mg D für ausreichend.
  • H. Brockmann empfiehlt 2 Stöße a 10 mg, den ersten Mitte Oktober, den zweiten Mitte Januar.
  • 1960 machte Klinke eine Umfrage zur Rachitisprophylaxe, sie ergab im Winterhalbjahr eine durchschnittliche Gabe von 20 bis 30 mg Vitamin D 3
  • H. Wiesner hält im Gesundheitsblatt im Jahre 1966 folgende Dosieung für richtig: 5 mg Vitamin D3 für Neugeborene, dann zwei weitere Stöße von jeweils 5 bis 10 mg, d.h. insgesamt maximal 25 mg.
  • Hövels fordert im jahre 1965, 15 bis 30 mg Vitamin D3 bei normal geborenen Säuglingen, bei Frühgeborenen hält er die gleiche Menge für ausreichend, doch soll der einzelne Stoß nicht mehr als 5 mg enthalten.
  • Den Frühgeborenen hat man bis zum Jahre 1959, 3 bis 4 Vigantolstöße a 10 mg verordnet, wobei fast immer ein Vigatolstoß in zwei a 5 mg aufgeteilt wurde.
  • In den Jahren 1960 bis 1965 wurden auch Frühgeborenen durchschnittlich insgesamt 20 mg Vitamin D 3 verabreicht.

Bei 948 Kindern wurde in zwei Mutterbratungsstellen in Bonn die Rachitisprophylaxe mittels des Vigantolstoßes im ersten Lebensjahr durchgeführt. Die Menge des als "Vigantolstoß" verabreichten Vitamin D3 betrug 10 mg.
(...) Bei Auftreten einer Craniotabes wurde ein Vigantolstoß a 10 mg zusätzlich verabreicht.
Auch bei Frühgeborenen erhöhte sich die Zahl der Vitamin D3-Stöße häufig um einen.
(Seite: 37 - 40)

Information:
  5,0 mg =    200 000 IE
  7,5 mg =    300 000 IE
10,0 mg =    400 000 IE
25,0 mg = 1 000 000 IE