IN FRANKEN - Schädlich und ohne Wirkung: Vitamin-D-Präparate scheitern im Öko-Test

1) Stichwort: „Winter“ - die Illusion der Naturversorgung

IRREFÜHRUNG: 
(...) Ein gesunder Mensch produziert genug Vitamin D und speichert dieses im Körper, so dass auch im Winter genug vorhanden ist. Eine Gefahr des Mangels besteht nicht. (...) Sorge, dass die Haut im Winter zu wenig Vitamin D bildet, müsse man sich nicht machen. "Wer sich im Sommer regelmäßig kurz draußen aufhält, füllt seine Speicher so weit auf, dass er gut durch den Winter kommt." Auch im Winter lohnen sich Spaziergänge. Denn selbst wenn der Himmel bedeckt ist, wird in der Haut noch Vitamin D gebildet.

RICHTIGSTELLUNG:
Ausreichende Vorräte für die Wintermonate können nicht angelegt werden. Am Ende des Winters gelangen 80 Prozent in den Vitamin-D-Mangel. Wird im Winter kein Vitamin D zugeführt, fällt der Spiegel monatlich  von 10 - 30 % ab. Im März  und April ist der Tiefstand des Vitamin D, der erst durch Sonnenbaden beendet werden kann. Genau das ist die Zeit der alljährlichen Welle von Grippe- oder Coronaviren.
Spaziergänge bei bedeckten Himmel machen kein Vitamin D. Eine Vitamin-D-Produktion bei bedeckten Himmel in der kalten Jahrenzeit ist nicht (!) möglich. Um Vitamin D zu tanken, brauchen wir die tägliche Mittagssone von März bis September. In der Mittagszeit (11.00 bis 15.00 Uhr) sollten wir uns je nach Hauttyp zwischen 5 und 30 Minuten, leicht bekleidet und ohne Sonnenschutz, den Sonnenstrahlen aussetzen. Zifferblattregel

 

2) Stichwort: „Niere“ - deplatzierte Warnungen

IRREFÜHRUNG: 
(...) Zudem wird ausdrücklich vor einer Überdosierung gewarnt. (...) Präparate können den Vitamin-D-Wert jedoch auf eine gesundheitsschädliche Menge anheben. Passiert das, besteht die Gefahr einer Hyperkalzemie - die Kalziumwerte im Blutserum sind dann höher als normal. Mögliche Symptome sind Müdigkeit, Muskelschwäche, Verstopfungen oder Erbrechen. Aber auch weitaus schlimmere Folgen wie Herzrhythmusstörungen, Gefäßverkalkungen und im schlimmsten Fall sogar Nierenschäden sind möglich. (...) Nimmt jemand ohne medizinischen Grund mehr als 4000 I.E. zu sich, kann (...) die Niere leiden. (...) Bei gesunden Erwachsenen hat Vitamin D keine vorbeugende Wirkung. Im Gegenteil: Zu viel Vitamin D, in Eigenregie eingenommen, schädigt den Calciumstoffwechsel und die Knochengesundheit und kann Nierenschäden verursachen.

RICHTIGSTELLUNG:  
Überdosierung ist zu einem Schlagwort der Presse geworden, um Angst vor einer Vitamin-D-Einnahme zu verbreiten. Eine Intoxikation ist für Vitamin-D-Spiegel von 300 - 1000 ng/ml dokumentiert. Bei normalen Vitamin-D-Spiegeln verbessern Nieren ihre Funktion. Menschen in tropischen Ländern sind keineswegs alle Nieren-krank, im Gegenteil ist die Lebensdauer (in Friedenszeiten) länger. 

4) Stichwort: „1000“ „800“ - falsche Empfehlungen

IRREFÜHRUNG: 
Vor einigen Mitteln warnt Öko-Test daher: Sie enthalten deutlich mehr als die angegebene Höchstmenge von 20 µg

RICHTIGSTELLUNG:
20 µg sind 800 E. Dosierungen mit 800 E sind für Babys. Sie heben den Spiegel bei einem Erwachsenen nicht (!) nennenswert an. Die Unterversorgung bleibt. Ein Erwachsener mit 80 kg benötigt logischerweise die 10 fache Dosierung eines 8 kg schweren Babys, um einen guten Vitamin-D-Spiegel zu erhalten.

IRREFÜHRUNG: 
Die "Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)" nennt eine Menge von 100 µg als täglichen obersten Grenzwert für Vitamin D. In diesen Wert mit eingerechnet sind allerdings schon die Sonneneinstrahlung und die Aufnahme von Vitamin D über natürliche Nahrungsmittel. Wird also ein Präparat mit 100 µg eingenommen, ist das möglicherweise schon zu viel.
RICHTIGSTELLUNG:
100 µg = 4000 Einheiten. Diese Dosierung ist für einen Menschen mit 50 kg geeignet, nicht aber für einen mit 100 kg. Es muss stets nach Gewicht individuell berechnet werden. Es kann hier keine Einheitsvorschrift geben für 4000 E. Nur so bleiben die Menschen in der Unterversorgung. 
 

Notizen vom VitaminDservice

IRREFÜHRUNG: 
Immer mehr Menschen glauben daher offenbar, dass sie unter einem Vitamin-D-Mangel leiden. 

RICHTIGSTELLUNG:
Der Vitamin-D-Mangel ist sogar vom RKI bestätigt. Wenn Menschen Symptome entwickeln, ist es oft schon zu spät, Krankheiten sind da, die vermieden werden könnten. Wichtig ist eine dauerhafte Versorgung des Menschen mit einem Vitamin-D-Spiegel von mindestens 40-60 ng/ml  Empfehlung Grassroothealth
IRREFÜHRUNG: 
Für rund 177 Millionen Euro verkauften allein Apotheken im Jahr 2017 Vitamin-D-Präparate. Das hat das Unternehmen IQVIA ausgerechnet, das den Pharmamarkt beobachtet.

RICHTIGSTELLUNG:
Hier wird der ahnungslose Verbraucher mit Zahlen irritiert. Die Pharma-Umsätze beziffern sich hingegen nicht in Millionen sondern in Milliardenbeträgen. das wird verschwiegen.

IRREFÜHRUNG
(...) Birgit Niemann vom (BfR)erklärt, dass wir erst von einem Mangel sprechen, wenn Menschen Symptome haben, also krank sind. (...) Von einem Mangel sprechen Mediziner aber erst, wenn der Wert noch viel tiefer liegt - 10 ng/ml für einen moderaten und 5 ng/ml für einen schweren Mangel. Beides komme relativ selten vor, sagt Schatz.
RICHTIGSTELLUNG: 
Beim Vitamin D geht es darum, die Menschen von einem gesundheitsgefährdeten Wert von 5 ng/ml auf einen gesundheitsschützenden Wert von mindestens 50 ng/ml zu führen. Dies ist ein Menschenrecht. Offenbar will man die Menschen davon abhalten, gesund zu bleiben und im Vorfeld Prophylaxe zu betreiben.

Zum irreführenden Beitrag

https://www.infranken.de/ratgeber/gesundheit/nahrungsergaenzungsmittel/erschreckende-ergebnisse-im-oeko-test-viele-vitamin-d-praeparate-sind-ungesund-und-schaedlich-art-3349091

Link zur Gegendarstellung

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