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Vitamin K1 und Vitamin K2: ist das wirklich nötig?

- 5 Fragen an Dr. Raimund von Helden

1. Frage: Gibt es einen Vitamin-K-Mangel?

Mit einem Mangel ist zu rechnen bei Menschen, die eine natürliche Nahrung mit Gemüse scheuen. Weil Vitamin K2 erst im Darm durch die Einwirkung von Darmbakterien auf Gemüse resultiert, sind daher Menschen mit anhaltenden Darmstörungen oft betroffen. Auch bei Babys und Heimbewohnern findet sich regelmäßig ein Mangel.

2. Frage: Wo wird Vitamin K benötigt?

Selbstverständlich: ein Mangel an Vitamin K ist ein gesundheitlicher Nachteil. Die Blutbahnen, die Knochen, ebenso wie das System der Blutgerinnung ist davon abhängig. Der Vitamin-K-Mangel wird regelmäßig nachgewiesen bei Menschen mit schweren Schäden von Leber, Niere und Darm. Diese sollten sich über Vitamin K Gedanken machen.

3. Frage: Vitamin K2 wird von Jeff T. Bowles in seinem Buch "Hochdosiert" im Zusammenhang mit Vitamin D empfohlen...

Bowles verläßt mit seinen Dosierungen den natürlichen Bereich von 40 bis 90 ng/ml und erzeugt Vitamin-D-Spiegel oberhalb von 100 ng/ml. Wer wie J.T. Bowles sogar 165 ng/ml (Seite 46) erreicht, der sollte sich bei einem solchen Experiment über besondere Sicherheitsvorkehrungen Gedanken machen. Eine Schutzmaßnahme sollte dann Vitamin K2 sein. Für alle Menschen, die "auf dem Teppich" natürlicher Vitamin-D-Spiegel bleiben, ist keine Not und damit keine "Not-wendigkeit" mit dem Erwerb von Vitamin K2 gegeben.

4. Frage: Was ist Ihr Fazit?

Sowohl Babys, Gemüseverweigerer und Hochbetagte benötigen zusätzlich Vitamin K.

Wer irgendein krankes Organ in sich hat, der sollte über alle Vitamine nachdenken, dazu gehört auch Vitamin K.

Die derzeitige Argumentation für Vitamin K schwimmt im Kielwasser des Vitamin D, das mahnt zur Skepsis.

Kurzgefasst: 

  • Wer natürliche Vitamin-D-Werte anstrebt,
  • keine kranken Organe hat,
  • sich jeden Tag mit Obst und Gemüse ernährt, 
  • täglich 30 Minuten Sport betreibt, …

…der muss sich kein zusätzliches Vitamin K beschaffen.

 

Wer diese klaren Kriterien jedoch nicht erfüllt, der kann hier preiswert Vitamin K2 erwerben: Tiefstpreis zu 6 Ct je Kapsel zu 200 ug. Man sollte die Kapseln nicht aufbeißen, da sie etwas fischig schmecken. 

5. Frage: Wie soll ich dosieren?

Der Bedarf an Vitamin K2 wird in ug (=mcg) angegeben. Das wird Mikrogramm gesprochen und bedeutet Millionstel Gramm. Die Angaben reichen vom 80 ug beim Gesunden bis zu 1000 bei Kranken.  (Dosisfindung beim Nierenkranken: Pubmed-Link)

Entsprechend schwierig ist es ein Präparat auszuwählen. Hier erinnert die Szenerie an Vitamin D, wo auch ein breites Spektrum an Dosierungen angeboten wird. Das Gemeinsame ist die Speicherung beider fettlöslicher Vitamine (lipophil) im Fettgewebe. So ist wie beim Vitamin D weniger die tägliche "Einzahlung" auf das Konto, sondern der "Kontostand" bedeutsam. Auf ein defizitäres Konto muss zunächst viel eingezahlt werden (Anfangstherapie) später weniger (Erhaltungstherpie). Das kennen wir auch vom Fliegen, wo die Energie beim Start und beim Flug geradeaus sehr unterschiedlich ist.

Weiter verwirrt, dass es 3 "Geschwister" in der Familie des Vitamin K gibt:

  1. Vitamin K1
  2. Vitamin K2-M4
  3. Vitamin K2-M7

Die populäre, jedoch ungeprüfte Anwendung von Bowles für die 3 Substanzen erfolgte mit "1000 - 1000 - 100"

Es gibt Präparate mit "1000 - 100 - 200" wie das oben abgebildete "FullSpectrum" von NutriCology.

Hochdosiert für die Füllung des Vitamin-K2-Speichers

Mit einer Dosierung, die auch das Gerinnungs-wirksame Vitamin K1, bietet sich dieses "weiterentwickelte" (advanced) Präparat an. Sofern diese Angaben zur Dosierung stimmen, ist es für den Ausgleich eines bestehenden Mangels besonders geeignet. Das bedeutet aber auch, dass es nach dem Ausgleich des Mangels durch ein niedrig dosiertes Präparat ersetzt werden kann. Nicht geeignet für Patienten mit Marcumar ® oder Phenprocoumon-Blutverdünnung.

 

Für die unproblematische Situation und zur Erhaltungstherapie wähle man ein Präparat mit 200 ug Vitamin K2, bei dem kein Vitamin K1 hinzugegeben wurde.

Es herrscht also eine etwas unübersichtliche Situation beim Vitamin K2, die auch durch die besonders schwierige Laborprüfung der hergestellten Kapseln weiter verschärft wird.

Wer durch die Unheils-Hypothesen und kategorischen Annahmen der "Ein-Mann-Studie" von Jeff Bowles verunsichert worden ist, der kann sich zumindest mit dem letztgenannten Präparat für wenige Euro des Themas entledigen. Es bietet sich für experimentelle Hochdosierungen an.
Eine steigende Zahl wissenschaftlicher Untersuchungen belegen den Nutzen des Vitamin K1 + K2 für viele Krankheiten. Daher gilt die Faustregel: je mehr Krankheiten Sie in Ihrem Körper beherbergen, um so wichtiger ist die Einnahme von Vitamin K.

Ist tatsächlich ein relevanter Mangel an Vitamin K2 bei der Mehrzahl der Menschen gegeben, ist mit genau diesen Methoden das Problem zu beseitigen?

Eine gesunde Ernährung mit reichlich Gemüse ist bei gesunden Menschen mit einem friedlichen Verdauungssystem die simple Alternative.

 

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