"Vitamin D unwirksam" - die verdrehte Welt von Herrn BOLLAND


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1. Bolland -Studie von 2014:


Herr Bolland aus Neuseeland will die Welt auf den Kopf stellen:

Irreführung durch Satzbau

Wenn ein Satz von 30 Worten in den Worten 27 bis 30 einen anderen Sinn erfährt, so sind Irrtümer vorprogrammiert.

Es geht um den letzten Absatz in der 2014 erschienenen Studie von Mark J Bolland 
(doi:10.1016/S2213-8587(13)70212-2), der da lautet:

"Interpretation: 
Our findings suggest that vitamin D supplementation with or without calcium does not reduce skeletal or non-skeletal outcomes in unselected community-dwelling individuals by more than 15%."

Jeder kann erkennen, dass keinesfalls davon die Rede ist, dass nicht etwa  „gar kein Zusatznutzen" da wäre, sondern, dass der Nutzen auf "15%" begrenzt sei. 

Der Einsatz von Dosierungen des Vitamin D, die den Vitamin-D-Spiegel nur im unteren Bereich anheben mag auf "nur" 15% beschränkt sein. Ich muss einmal frage: Welches Medikament ist so gut wie Vitamin D, dass es einen prophylaktischen Nutzen schon bei einem von 7 Anwendern (NNT= 6,6) entfaltet?

Unterdosierte Studien nicht wiederholen

Ich stimme Bolland zu, dass man in Zukunft solche Studien nicht wiederholen sollte, bei denen immer wieder gleiche Design-Fehler gemacht wurden: 

1) Fehlende Kontrolle der erreichten Vitamin-D-Spiegel in Verbindung mit einer Baby-Dosierung (unter 1000 Einheiten). 
2) Vermischung mit Calcium, weil es über den Vitamin-D-Regelkreis die essentielle Vitamin-D-Aktivierung blockiert. 

Zur Zukunft des Vitamin D schreibt MJ Bolland wörtlich: 
“Future trials with similar designs are unlikely to alter these conclusions."
Das wichtigste Wort in diesem Satz ist: "similar“! 

Dann wird man die beschriebene „Grenze des Nutzens bei 15%“ überschreiten, wie das meine eigene Studie vom Institut VitaminDelta bereits gezeigt hat. 
  • Orientierung am Startwert- und Zielwert des Vitamin-D-Spiegels.
  • Eine ausreichend hohe Dosis, um einen Anstieg des Vitamin-D-Spiegels zu bewirken.
  • Dies alles ermöglicht der www.vitaminDsimulator.de 

2. Die Bolland-Studie von 2018

Bolland ist kein Wissenschaftler, sondern ein Dogmatiker


Die 2018 veröffentlichte Kritik des Herrn Bolland an der bunten Welt des Vitamin D ist erschreckend dumm. Für ihn sind alle Studien, bei denen ein von ihm gelgaubter Grenzwert überschritten wird indiskutabel.

Er begrundet die "Verschwendung" von Forschungsmitteln damit, dass der Vitamin-D-Spiegel bereits hoch sei und daher keine Effekte zu erwarten seien. 

Gegenargument Cortison

Wenn man die Schwestersubstanz des Vitamin D, nämlich Cortison zum Vergleich heranzieht, dann erkennt jeder, dass die Behandlung nicht mit dem Erreichen einen normalen Cortison-Spiegels endet, sondern erst beginnt. Eine Steigerung bis auf das 1000-fache des Tagesbedarfs sind hier Standard.

Es ist ein dummes Argument, Studien als verfehlt zu bezeichnen, die einen Normwert überschreiten. Außerhalb des befestigten Areal liegt sogar die wichtigste Zone der Wissenschaft! "Ex municipio partire" - den angestammten Festungsbau verlassen das ist die "Emanzipation", die Herrn Bolland offenbar fremd ist.

Nicht der Normwert ist die Grenze des Denkens, sondern der deutlich höher liegende optimale Wert. 

Dr. von Helden
 

Quellen:

(1)
Bolland MJ, Grey A, Gamble GD, Reid IR. The effect of vitamin D supplementation on skeletal, vascular, or cancer outcomes: a trial sequential meta-analysis. Lancet Diabetes Endocrinol. 2014 Apr;2(4):307-20. doi: 10.1016/S2213-8587(13)70212-2. Epub 2014 Jan 24. Review. PubMed PMID: 24703049.

Zitat
"INTERPRETATION: Our findings suggest that vitamin D supplementation with or without calcium does not reduce skeletal or non-skeletaloutcomes in unselected community-dwelling individuals by more than 15%. Future trials with similar designs are unlikely to alter these conclusions."

(2)
Bolland MJ, Grey A, Avenell A. Assessment of research waste part 2: wrong study populations- an exemplar of baseline vitamin D status of participants in trials of vitamin D supplementation. BMC Med Res Methodol. 2018 Oct 3;18(1):101. doi: 10.1186/s12874-018-0555-1. PubMed PMID: 30285729.

Zitat:
"Up to 70% of RCTs of vitamin D with clinical endpoints, 71% of large completed RCTs, and 100% of ongoing large RCTs could be considered research waste because they studied cohorts that were not vitamin D deficient."

(3)
Durcklblicker-Tafel
https://www.vitamindservice.de/durchblicker

 

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