Das Reizdarm-Syndrom wird durch den Zonulin Wert aus der Stuhlprobe messbar

Dr. med. Raimund von Helden, Verbraucherberatung Privat-Institut VitaminDelta, 57368 Lennestadt referiert die Studie von O.V. GAUS aus OMSK, RU mit einer im Design optimierten Grafik aus dieser Original-Studie.

2026-04-24

1) Fragestellung

Der "Reizdarm" ist für viele Ärzte ein "Reizthema", weil sich es bisher keine Messwerte gab, die das Krankheitsbild beweisen oder widerlegen konnten.

  • Dem Vitamin D Spiegel verdanken wir, dass Erschöpfung und Müdigkeit sehr oft einer therapierbaren Ursache zugeordnet werden konnte.
  • Etwas Ähnliches ereignet, sich jetzt durch die Entdeckung des Zonulin, denn der "gereizte Bauch" kann durch den Zonulinwert als Krankheit bewiesen werden.
  • Eine Studie aus Russland hat den Schweregrad des Reizdarm-Syndroms mit der Höhe des Zonulinwertes verglichen und den Zusammenhang bestätigt.
  • Weiterhin wurden auch andere Stressparameter gemessen, um das Leaky Gut Syndrom als Stressreaktion zu objektivieren.

ZITAT aus der ORIGINALARBEIT
Anfang: (übersetzt, Layout bearbeitet)

  • Das Syndrom der erhöhten epithelialen Permeabilität stellt einen der Hauptmechanismen in der Pathogenese des Reizdarmsyndroms (RDS) dar.
  • Als zentrale modifizierbare Faktoren, die zur Entwicklung einer erhöhten intestinalen Permeabilität beitragen, gelten insbesondere Stress und Ernährungsfaktoren.
  • Ziel der Studie war es, den Gehalt eines Markers der erhöhten intestinalen Permeabilität (Zonulin im Stuhl) nachzuweisen und
  • ... den Zusammenhang mit Ernährungsgewohnheiten, dem Ausmaß von Angst und Depression,
  • ... den Spiegeln von Stresshormonen (Cortisol im Speichel)
  • ... sowie von Neurotransmittern (Serotonin im Blutserum und Dopamin im Blutplasma) bei Patienten mit Reizdarmsyndrom zu untersuchen.

ZITAT ENDE.

Schlüsselwörter: 
Reizdarmsyndrom, erhöhte intestinale Permeabilität, Zonulin, Cortisol, Serotonin, Dopamin, Angst, Depression, Ernährungsgewohnheiten.

2) Methode

  • offene, prospektive Kohortenstudie
  • 263 Patienten 
  • mit Reizdarmsyndrom
  • Die Kontrollgruppe bestand aus 40 gesunden Probanden.
  • Bei allen Studienteilnehmern wurden die Ernährung und Essgewohnheiten bestimmt
  • das Ausmaß von Angst und Depression (einschließlich spezifischer gastrointestinaler Angst)
  • ...sowie die Lebensqualität
  • Weiterhin die Spiegel von Cortisol (in morgendlichen und abendlichen Speichelproben),
  • Serotonin (im Serum),
  • Dopamin (im Plasma)
  • ...sowie Zonulin (im Stuhl).
  • Verwendetes Testsystem: IDK® Zonulin ELISA
  • Hersteller: Immundiagnostik (Deutschland)

3) Ergebnisse

Die Grafik der Zonulinwerte:

  • Je nach Schweregrad ist der Zonulin-Wert unterschiedlich hoch.
  • Der Schweregrad wird mit roten Signalleuchten dargestellt.
  • der Medianwert steigt mit dem Schweregrad des Reizdarms.
  • die einzelnen Medianwerte (approximiert)

Messwerte des Zonulin (ng/ml)

  • Leichter Verlauf≈ 110–115
  • Mittelgradiger Verlauf≈ 175–185
  • Schwerer Verlauf≈ 235–250
  • Gesunde Kontrollen≈ 72,3
  • Grüner Bereich: Werte bis 100 ng/ml: normal
  • Roter Bereich: Werte über 100 ng/ml: Patienten mit Symptomen

Weitere Auswertungen:

Bei Patienten mit Reizdarmsyndrom zeigte der Marker der erhöhten intestinalen Permeabilität (Zonulin im Stuhl) eine enge Beziehung ...

  1. zur Ernährungsweise,
  2. zum Angstniveau,
  3. zur Sekretion von Cortisol und Serotonin 
  4. Auch das Auftreten von abdominellen Schmerzen und Diarrhö waren ebenfalls mit dem Schweregrad der Erkrankung assoziiert.

Patienten mit Reizdarm-Syndrom (RDS( haben:

  • erhöhtes Cortisol (Stressreaktion)
  • erhöhtes Serotonin (v. a. bei Durchfall-Typ)
  • erniedrigtes Dopamin
  • Zonulin ist deutlich erhöht im Vergleich zu Gesunden als Hinweis auf erhöhte Darmpermeabilität

Hohe Zonulinwerte korrelieren mit:

  • stärkerer Symptomatik
  • höherer Angst
  • schlechterer Lebensqualität
  • Ernährung spielt eine klare Rolle:
  • wenig Obst/ Gemüse/ Vollkornprodukte → mehr Zonulin
  • hoher Konsum von: rotem Fleisch, verarbeitetem Fleisch → erhöhte Darmdurchlässigkeit

.

4) Folgerungen

  • Die Messung des Zonulin hat sich unter den in dieser Studie gemessenen Stressparametern als derjenige mit der höchsten Zuverlässigkeit herausgestellt.
  • Besser als mit anderen Parametern konnte das Ausmaß des Reizdarmsyndroms diagnostisch objektiviert werden.
  • Damit wird das Reizdarm-Syndrom aus dem Nebel der Spekulation herausgezogen.
  • Gleichzeitig wird es einer nachweisbaren therapeutischen Beeinflussung zugänglich.
  • Passend dazu zeigt sich, dass eine pflanzliche Ernährung und Stressreduktion heilsam wirkt, während ein Übermaß von Fleisch nachteilig wirkt.

Das "Bauchgefühl" ist ein Sensor für die Stressfestigkeit, auch Resilienz genannt.

  • Wie an anderer Stelle bereits dargelegt, darf vermutet werden, dass die biologische Resilienz (BRQ) eines Menschen seine Zukunft bestimmt.
  • BRQ = Vitamin-D-Spiegel [ng/ml] / Zonulin (fäk) [ng/ml]
  • Durch diesen  Quotienten aus Vitamin-D-Spiegel / Zonulin erhalten wir sowohl eine Beschreibung für den Grad der Erkrankung.
  • Gleichzeitig kann vermutlich die mit dem BRQ verbundene Belastung therapeutisch gezielt angegangen werden.
  • Mit dem Vitamin-D-Simuator ®  kann der Vitamin-D-Spiegel korrigiert werden, mit NANA10 kann der Zonulin-Wert gesenkt werden.
  • Schade, dass bei allen Stressparametern der Vitamin-D-Spiegel der Patienten nicht bestimmt wurde.

Ein wichtiger Beitrag zur Diskussion der Normgrenze:

  • Die Gesunden Teilnehmer haben alle einen Wert unter 100 ng/ml
  • Die Kranken mit Reizdarm haben alle einen Wert über 100 ng/ml.
  • Damit bestätigt sich die Einschätzung, die bereits an anderer Stelle dokumentiert wurde:
  • Spiegel über 100 ng/ml werden zwar vom Hersteller "bis 131 ng/ml als normal" ausgewiesen, doch sind ist Zweifel angebracht.
  • Diese Studie stützt die Zweifel und bekräftigt die Normgrenze von ca 100 ng/ml.

Quellenangaben

Gaus OV, Livzan MA.
Irritable bowel syndrome phenotypes: leading factors of genetics and epigenetics, mechanisms of formation.
Ter Arkh. 2023 Mar 30;95(2):164-172. 
doi: 10.26442/00403660.2023.02.202111.
PMID: 37167133.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37167133/

Beim Lesen der Publikation fiel ein Display-Fehler auf (kein inhaltlicher Fehler).

  • Beschrifungsfehler in der Abbildung 2
  • einerseits: Die y-Achse ist korrekt beschriftet: „Zonulin im Stuhl (ng/ml)“
  • Die Randbeschriftung wurde offenbar falsch eingesetzt: dort wird teilweise von Dopamin oder Serotonin gesprochen
  • das passt nicht zum dargestellten Zonulin- Datensatz, der ansonsten in der Studie korrekt diskutiert wird.



» Zurück zur NANA10-Zeitung als Tabelle

» Zum vorherigen Beitrag blättern "Hilft NaNa10 durch Kurkuma dem Vitamin D-System?"

» Zum nächsten Beitrag blättern "Unerwartet hohe Zonulin-Werte bei Rauchern schockieren die Forscher aus Prag"