Mit der Abnehm-Spritze aufs Glatteis: Nährstoff-Risiko, 
Finanz-Risiko, Schwarzmarkt-Risiko,

Dr. med. Raimund von Helden, Verbraucherberatung Privat-Institut VitaminDelta, 57368 Lennestadt Original-Studie.

2026-02-28

1) Fragestellung

  • Die "Abnehmspritze" ist ein echter Hype: es gibt kaum jemanden, der nicht schon davon gehört hat.
  • Die Wirkstoffe erkennt man an der Endsilbe "-glutid", in einem Fall auch "-tid".
  • Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihre Ärztin, ihren Arzt oder in der Apotheke.
  • Deshalb möchte ich an dieser Stelle genau diese Pflicht erfüllen.
  • Im Vordergrund dieser Betrachtung sollen die Kosten stehen, weil sie klar zu beziffern sind.
  • Weitere Risiken werden diskutiert.

2) Methode

  • Recherche
  • Referat

3) Ergebnisse

"Abnehm-Spritze" ("tid"): Preise für 3 Monate

(Rechenbeispiele)

Wirkstoff und

(Handelsname ®)

Beispiel-

Erhaltungsdosis

Preis/Packung

(Basis)

ca. Reichweite

ca. Kosten 3 Monate

(ein Quartal)

Tirzepatid (Mounjaro®)
 
5 mg 1×/Woche 276,83 € pro 1 Pen 4 Wochen 830 € (= 3×276,83)
Semaglutid (Wegovy®)
 
2,4 mg 1×/Woche ab 276,83 € pro 1 Pen 4 Wochen 830 € (= 3×276,83)
Dulaglutid (Trulicity®)
 
1,5 mg 1×/Woche ab 103,47 € pro 4 Pens 4 Wochen 310 € (= 3×103,47)
Semaglutid (Ozempic®)
 
1,0 mg 1×/Woche ab 197,50 € pro „8 Wochen“-Pen 8 Wochen 296 € (= 1,5×197,50)
Liraglutid (Saxenda®)
 
3,0 mg täglich ab 291,15 € pro 5 Pens 30 Tage 873 € (= 3×291,15)
Liraglutid (Victoza®)
 
1,8 mg täglich ab 680,38 € pro 10 Pens 100 Tage 612 € (= 0,9×680,38)
Semaglutid (Rybelsus®)
 
14 mg täglich 315,77 € pro 30 Tbl 30 Tage 947 € (= 3×315,77)

1) Die Kosten
...bewegen sich zwischen 310 und 947 € pro Quartal
(Die Methode der Berechnung wird im Anhang genauer ausgeführt.)

Auch wenn die Indikation für die Verordnung richtig gestellt ist, so gilt zusätzlich die Einhaltung des Arzneimittel-Budgets:
  • Im Bereich von Westfalen stehen für berufstätige Versicherte ca 42 Euro pro Quartal zur Verfügung.
  • Eine Versorgung des Patienten mit 800 € Kosten frisst daher das Budget von 20 Patienten auf.
  • Die Budgets unterliegen Schwankungen und werden jährlich angepasst, z. B. um 1% gesenkt!.
  • 2025: 42,58 € je Behandlungsfall im Quartal 
  • 2026: 41,54 € (minus 1,04%)
  • Die Diabetologie wird damit zum Pulverfass für die verantwortlichen Ärzte.
  • "Lassen Sie sich das beim Hausarzt aufschreiben"
  • Dieser Satz wird damit zum finanziellen "Marschflugkörper" mit unbekannter Sprengkraft.
2) Der Schwarzmarkt
  • Die persönliche Anwendung beim Patienten lässt sich nicht zuverlässig überwachen.
  • Die Nachfrage nach solchen Präparaten ist riesig.
  • Die Apotheken haben immer wieder Liefer-Probleme.
  • Daher ist eine Abwanderung der Spritzen in den Schwarzmarkt gegeben.
  • Gerade bei der Verordnung durch Hausarzt + Diabetologe kommt es leicht zum "Überschuss".
3) Der Nährstoffmangel
  • Viele denken vereinfacht: "Essen macht nur dick!"
  • Doch das hieße, das Kind mit dem Bade auszuschütten.
  • Eine gut Ernährung versorgt den Menschen mit lebenswichtigen Gesundheits-erhaltenden Nährstoffen.
  • Angesichts von medikamentös bedingter Appetitlosigkeit und Übelkeit ist die Forderung nach einer ordenllichen Ernährung illusorisch.
  • Eine Übersicht der diskutierten bedeutsamen Nebenwirkungen gibt es im Anhang.
  • Gänzlich ungeklärt ist die Frage, ob die im Anhang dargestellten Probleme sich mit einer soliden Zufuhr von Nährstoffen vermeiden lassen.

4) Folgerungen

Die TID-Stoffe verändern die Welt

  • Massives Schadenersatz-Risiko für verordnende Ärzte: Rückzahlung des vollen Preises an die Krankenkasse.
  • Besonders dann, wenn die  dokumentierte Begründung fehlt, kann viele Jahre später der „Regress“ kommen: „z.B. 20.000 Euro“
  • Die Verordnung muss vollständig der Zulassung des Mittels im Beipackzettel entsprechen.
  • Eine „kreative“ Verordnung mit "emotional-sozialer" Begründung ist unzulässig.

Weniger Nährstoffe und die Folgen

  • Zur Vermeidung von Komplikationen wird eine systematische Anwendung von NEM angeraten.
  • Eine Übersicht über den Bedarf gibt es hier: Die gelbe Bibel 
  • Der Vitamin-D-Spiegel sollte mit den Vitamin-D-Simulator.de ® angepasst werden.
  • Studien über die TID-Stoffe sollten auch hinsichtlich der Vitamin-D-Spiegel der Probanden bewertet werden.

Quellenangaben

Annahmen (für die Berechnung)

  • Die Anfangsphase mit abgeschwächter Dosis wird in der Berechnung übersprungen.
  • Bei GKV-Verordnungen sind diese Preise die finanzielle Leistung der Kasse.
  • Diese Beträge müssen vom Rezept-schreibenden Arzt mit persönlicher Finanz-Haftung verantwortet werden.
  • Der Selbstzahler-Betrag d. Pat. beträgt 10 Euro pro Packung (Maximum).
  • Die Tabelle gibt vor allem Privat/Selbstzahlern ein Preisgefühl.
  • Preisübersicht für ~3 Monate Anwendung (≈12 Wochen bzw. 90 Tage)
  • für die XY-tid-Wirkstoffe aus der Liste
  • mit definierten Annahmen zur Dosis.
  • Preise sind Apotheken-Onlinepreise in DE, Stand 28.02.2026
  • Preise können je nach Apotheke/Import/Verfügbarkeit abweichen

im Einzelnen wurde so gerechnet:

  • Wöchentliche Pen-Präparate
  • (Mounjaro® - Wegovy® - Trulicity®): 1 Packung/Pen = 4 Wochen → 3 Stück für 12 Wochen
  • Ozempic®1 mg „8 Wochen“-Pen: 1 Pen = 8 Wochen → Faktor 12/8 = 1,5
  • Saxenda®: Erhaltungsdosis 3,0 mg täglich → 1 Packung (5 Pens) ≈ 30 Tage → 3 Packungen für 90 Tage
  • Victoza®: Beispiel Erhaltungsdosis 1,8 mg täglich → 10 Pens reichen ≈ 100 Tage → für 90 Tage 0,9 Packungen
  • Rybelsus®: 14 mg täglich, 30 Tbl = 30 Tage → 3 Packungen für 90 Tage

Unerwünschte dauerhafte Schäden in der Diskussion

Am relevantesten

1. Sehschaden bis bleibender Visusverlust (NAION)

  • Der derzeit wichtigste Diskussionspunkt ist ein erhöhtes Risiko für eine nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION), insbesondere unter Semaglutid.
  • NAION kann zu bleibendem Sehverlust führen.

 

2. Schwere Pankreatitis

  • Für Semaglutid und Tirzepatid ist akute Pankreatitis ein relevanter Warnhinweis.
  • Tritt sie auf, kann sie in Einzelfällen dauerhafte Pankreasschäden hinterlassen.

 

3. Akute Nierenschädigung

  • Vor allem im Zusammenhang mit Erbrechen, Diarrhö und Dehydratation kann es zu einer akuten Nierenschädigung kommen.
  • In schweren Fällen sind bleibende Einschränkungen der Nierenfunktion möglich.

Stark diskutiert, aber weniger klar

4. Gastroparese / „Magenlähmung“ / Ileus

  • Eine mögliche anhaltende Magenentleerungsstörung wird intensiv diskutiert.
  • Ob die Medikamente tatsächlich dauerhaft eine echte Gastroparese oder einen Ileus verursachen, ist derzeit nicht eindeutig geklärt.

5. Gallenblasenerkrankungen

  • Cholelithiasis und Cholezystitis sind bekannte Risiken.
  • Dauerhafte Folgen entstehen eher indirekt, etwa durch Operationen oder Komplikationen der Erkrankung.

 

6. Verschlechterung einer diabetischen Retinopathie

  • Vor allem bei rascher Blutzuckerverbesserung kann sich eine bestehende diabetische Retinopathie verschlechtern. In schweren Fällen sind bleibende Sehschäden möglich.

 

Derzeit nicht überzeugend belegt

7. Suizidale Gedanken / Handlungen

  • Dieser Punkt wird beobachtet, ist derzeit aber nicht als kausaler dauerhafter Schaden überzeugend belegt.

 

Zusammenfassung der diskutierten medizinischen Fragen:

  • NAION / bleibender Sehverlust (besonders bei Semaglutid)
  • Pankreatitis mit möglicher bleibender Pankreasschädigung
  • Akute Nierenschädigung mit möglicher bleibender Nierenschädigung
  • Schwere Magen-Darm-Motilitätsstörung (diskutiert, Dauerhaftigkeit unklar)



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