ONLINE-TOOL: Ist / war mein Baby für Knochenbrüche gefährdet?


« zurück zur Seite „AKTUELLES"

Eine weitere Anleitung finden Sie hier : https://www.vitaminDservice.de/node/9318

>> Hier klicken <<

Fragebogen: Natürliches Frakturrisiko im 1. Lebenshalbjahr

So funktioniert der Rechner
  • Grundlage ist eine schwedische Registerstudie mit über 1,8 Millionen Geburten.
  • Verwendet werden nur Brüche ohne berichteten Unfall in den ersten sechs Lebensmonaten.
  • Jede Tabellenzeile der Studie ist eine Frage. Nur signifikante Risikofaktoren zählen.
  • Ergebnis: geschätztes Risiko für Röhrenknochen- und Rippenbrüche.

Legende: AOR signifikant – zählt nicht signifikant – zählt nicht

1BMI der Mutter zu Beginn der Schwangerschaft?
BMI berechnen lassen – Angaben zu Beginn der Schwangerschaft (erste Vorsorgeuntersuchung):
Oder unten direkt eine BMI-Gruppe wählen.

Bei BMI ≥ 40 war die Gruppe klein. Der Wert ist daher nicht signifikant.

2Hat die Mutter in der 30.–32. Schwangerschaftswoche geraucht?
3Geschlecht des Kindes?
4War es eine Mehrlingsgeburt (Zwillinge, Drillinge)?

Roh war der Effekt deutlich. Er erklärt sich aber über Frühgeburt und Geburtsgewicht.

5In welcher Schwangerschaftswoche wurde das Kind geboren?
6War das Kind bei Geburt sehr klein für sein Alter (unter 2,5. Perzentile, „SGA“)?

Reif oder frühgeboren ergibt sich aus Frage 5. Beide Werte sind nicht signifikant.

7Wurde beim Kind ärztlich ein Vitamin-D-Mangel, eine Rachitis oder eine Calciumstoffwechselstörung festgestellt?
25(OH)D-Wert des Kindes eingeben. Falls nicht gemessen: Wert der Mutter in der Schwangerschaft eingeben.
Oder unten direkt die Diagnose angeben.

Die Studie erfasste nur ärztlich kodierte Diagnosen (ICD-10). Einen Laborgrenzwert nennt sie nicht.

Für die Wert-Eingabe gilt daher der Grenzwert des Global Consensus zur Rachitis (2016): Mangel unter 12 ng/ml (30 nmol/l).

Röhrenknochenbruch

ohne berichteten Unfall, 0–6 Monate
×1,0
Risikofaktor gegenüber einem Kind ohne Risikofaktoren
×1×10×100×1000
Geschätztes Risiko
entspricht etwa
im Vergleich zum Durchschnitt

    Rippenbruch

    ohne berichteten Unfall, 0–6 Monate
    ×1,0
    Risikofaktor gegenüber einem Kind ohne Risikofaktoren
    ×1×10×100×1000
    Geschätztes Risiko
    entspricht etwa
    im Vergleich zum Durchschnitt

      Das PDF wird nur in Ihrem Browser erstellt. Es werden keine Daten übertragen oder gespeichert.

      Wichtig zur Einordnung
      • Der Rechner schätzt eine natürliche Veranlagung aus Bevölkerungsdaten.
      • Er stellt keine Diagnose für ein einzelnes Kind.
      • Ein hoher Wert beweist keine Knochenerkrankung.
      • Ein niedriger Wert beweist keine Misshandlung.
      • Jeder unklare Bruch braucht eine ärztliche Abklärung der Knochenfestigkeit.
      Methode der Berechnung
      • Quelle: Tabelle 4, Spalten „Accident not reported“ (Röhrenknochen n = 188, Rippen n = 40).
      • Verwendet werden adjustierte Odds Ratios (AOR). Sie sind gegenseitig bereinigt.
      • Es zählen nur AOR, deren 95-%-Konfidenzintervall die 1 ausschließt.
      • Mehrere Faktoren werden multipliziert (logistisches Modell).
      • Durchschnittsrisiko: 188 bzw. 40 Fälle auf 1.855.267 Geburten.
      • Das sind 10,1 bzw. 2,2 pro 100.000 Säuglinge.
      • Daraus wurde das Risiko eines Kindes ohne Risikofaktoren zurückgerechnet.
      • Dafür dienten die Häufigkeiten der Faktoren aus Tabelle 3 der Studie.
      • Basisrisiko Röhrenknochen: 8,1 pro 100.000. Basisrisiko Rippen: 0,55 pro 100.000.
      • Einzelrisiko = Basis-Odds × Produkt der AOR, umgerechnet in eine Wahrscheinlichkeit.
      • Vitamin-D-Frage: Die Studie nutzte ICD-10-Codes E55.9, E55.0 und E83.5, keinen Laborwert.
      • Bei Eingabe eines 25(OH)D-Werts gilt unter 12 ng/ml (30 nmol/l) als Mangel (Global Consensus 2016).
      • Ohne Kindeswert: Schätzung aus dem Wert der Mutter nach Haggarty et al. 2013 (Schottland, n = 1205).
      • Formel: Kind ≈ 0,088 × Mutter1,67 (ng/ml), höchstens 0,7 × Mutter. Abgeleitet aus 12 Monatsmitteln, gültig für 12–22 ng/ml.
      • Nur eine Schätzung unter 5 ng/ml zählt als Mangel. So bleibt die Übertragung der Studienwerte vorsichtig.
      • Stufen: leicht (×1,2–1,9), mäßig (×2–4,9), stark (×5–19), extrem (ab ×20).
      Faktor (kein Unfall berichtet)AOR RöhrenknochenAOR Rippen
      BMI 25–29,91,29 (0,87–1,91)n. l. (0,36–2,32)
      BMI 30–34,92,07 (1,27–3,37)1,32 (0,39–4,54)
      BMI 35–39,92,82 (1,41–5,67)2,79 (0,64–12,2)
      BMI ≥ 401,73 (0,42–7,07)3,83 (0,51–29,0)
      Rauchen 1–9 Zig./Tag1,16 (0,54–2,48)0,84 (0,11–6,20)
      Rauchen ≥ 10 Zig./Tag2,62 (1,07–6,42)–
      Männlich1,74 (0,83–3,65)3,36 (1,36–8,29)
      Mehrlingsgeburt1,74 (0,83–3,65)0,90 (0,19–4,33)
      Frühgeburt 32–36 SSW2,12 (1,18–3,84)4,24 (1,40–12,8)
      Frühgeburt < 32 SSW2,81 (0,82–9,65)25,6 (6,96–94,4)
      SGA, reif1,32 (0,57–3,04)1,44 (0,33–6,78)
      SGA, frühgeboren1,23 (0,81–1,88)–
      Vitamin-D-Mangel / Rachitis / Ca-Störung81,7 (20,8–320)617 (152–2506)
      Grenzen der Schätzung
      • Registerdaten zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.
      • Die Rippenwerte beruhen auf nur 40 Fällen. Die Konfidenzintervalle sind breit.
      • Kombinationen mehrerer starker Faktoren sind eine Hochrechnung über die Daten hinaus.
      • Die Vitamin-D-Diagnose wurde teils erst bei der Bruchabklärung gestellt. Das kann den Wert erhöhen.
      • Leichtere, nicht diagnostizierte Vitamin-D-Mängel erfasst der Rechner nicht.
      • Die Schätzung aus dem Mutterwert beruht auf Monatsmitteln, nicht auf Mutter-Kind-Paaren.
      • Nach der Geburt kann der Spiegel ohne Vitamin-D-Gabe weiter fallen.
      • Schweden gibt Säuglingen Vitamin D ab Geburt. In anderen Ländern kann das Risiko abweichen.
      • Nicht signifikante Faktoren zählen nicht. Das Ergebnis ist daher eher vorsichtig.
      • Seltene Knochenerkrankungen (z. B. Osteogenesis imperfecta) sind nicht enthalten.

      Quelle: Högberg U, Andersson J, Högberg G, Thiblin I. Metabolic bone disease risk factors strongly contributing to long bone and rib fractures during early infancy: A population register study. PLoS One 2018; 13(12): e0208033. PubMed 30566429 · Haggarty P et al. Vitamin D in pregnancy at high latitude in Scotland. Br J Nutr 2013; 109(5): 898–905. PubMed 23168244 · Besprechung: Die Knochenbrüchigkeit im 1. Lebensjahr hat Risikofaktoren


      « zurück zur Seite „AKTUELLES"