Eine weitere Anleitung finden Sie hier : https://www.vitaminDservice.de/node/9318
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Fragebogen: Natürliches Frakturrisiko im 1. Lebenshalbjahr
- Grundlage ist eine schwedische Registerstudie mit über 1,8 Millionen Geburten.
- Verwendet werden nur Brüche ohne berichteten Unfall in den ersten sechs Lebensmonaten.
- Jede Tabellenzeile der Studie ist eine Frage. Nur signifikante Risikofaktoren zählen.
- Ergebnis: geschätztes Risiko für Röhrenknochen- und Rippenbrüche.
Legende: AOR signifikant – zählt nicht signifikant – zählt nicht
Röhrenknochenbruch
Rippenbruch
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- Der Rechner schätzt eine natürliche Veranlagung aus Bevölkerungsdaten.
- Er stellt keine Diagnose für ein einzelnes Kind.
- Ein hoher Wert beweist keine Knochenerkrankung.
- Ein niedriger Wert beweist keine Misshandlung.
- Jeder unklare Bruch braucht eine ärztliche Abklärung der Knochenfestigkeit.
Methode der Berechnung
- Quelle: Tabelle 4, Spalten „Accident not reported“ (Röhrenknochen n = 188, Rippen n = 40).
- Verwendet werden adjustierte Odds Ratios (AOR). Sie sind gegenseitig bereinigt.
- Es zählen nur AOR, deren 95-%-Konfidenzintervall die 1 ausschließt.
- Mehrere Faktoren werden multipliziert (logistisches Modell).
- Durchschnittsrisiko: 188 bzw. 40 Fälle auf 1.855.267 Geburten.
- Das sind 10,1 bzw. 2,2 pro 100.000 Säuglinge.
- Daraus wurde das Risiko eines Kindes ohne Risikofaktoren zurückgerechnet.
- Dafür dienten die Häufigkeiten der Faktoren aus Tabelle 3 der Studie.
- Basisrisiko Röhrenknochen: 8,1 pro 100.000. Basisrisiko Rippen: 0,55 pro 100.000.
- Einzelrisiko = Basis-Odds × Produkt der AOR, umgerechnet in eine Wahrscheinlichkeit.
- Vitamin-D-Frage: Die Studie nutzte ICD-10-Codes E55.9, E55.0 und E83.5, keinen Laborwert.
- Bei Eingabe eines 25(OH)D-Werts gilt unter 12 ng/ml (30 nmol/l) als Mangel (Global Consensus 2016).
- Ohne Kindeswert: Schätzung aus dem Wert der Mutter nach Haggarty et al. 2013 (Schottland, n = 1205).
- Formel: Kind ≈ 0,088 × Mutter1,67 (ng/ml), höchstens 0,7 × Mutter. Abgeleitet aus 12 Monatsmitteln, gültig für 12–22 ng/ml.
- Nur eine Schätzung unter 5 ng/ml zählt als Mangel. So bleibt die Übertragung der Studienwerte vorsichtig.
- Stufen: leicht (×1,2–1,9), mäßig (×2–4,9), stark (×5–19), extrem (ab ×20).
| Faktor (kein Unfall berichtet) | AOR Röhrenknochen | AOR Rippen |
|---|---|---|
| BMI 25–29,9 | 1,29 (0,87–1,91) | n. l. (0,36–2,32) |
| BMI 30–34,9 | 2,07 (1,27–3,37) | 1,32 (0,39–4,54) |
| BMI 35–39,9 | 2,82 (1,41–5,67) | 2,79 (0,64–12,2) |
| BMI ≥ 40 | 1,73 (0,42–7,07) | 3,83 (0,51–29,0) |
| Rauchen 1–9 Zig./Tag | 1,16 (0,54–2,48) | 0,84 (0,11–6,20) |
| Rauchen ≥ 10 Zig./Tag | 2,62 (1,07–6,42) | – |
| Männlich | 1,74 (0,83–3,65) | 3,36 (1,36–8,29) |
| Mehrlingsgeburt | 1,74 (0,83–3,65) | 0,90 (0,19–4,33) |
| Frühgeburt 32–36 SSW | 2,12 (1,18–3,84) | 4,24 (1,40–12,8) |
| Frühgeburt < 32 SSW | 2,81 (0,82–9,65) | 25,6 (6,96–94,4) |
| SGA, reif | 1,32 (0,57–3,04) | 1,44 (0,33–6,78) |
| SGA, frühgeboren | 1,23 (0,81–1,88) | – |
| Vitamin-D-Mangel / Rachitis / Ca-Störung | 81,7 (20,8–320) | 617 (152–2506) |
Grenzen der Schätzung
- Registerdaten zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.
- Die Rippenwerte beruhen auf nur 40 Fällen. Die Konfidenzintervalle sind breit.
- Kombinationen mehrerer starker Faktoren sind eine Hochrechnung über die Daten hinaus.
- Die Vitamin-D-Diagnose wurde teils erst bei der Bruchabklärung gestellt. Das kann den Wert erhöhen.
- Leichtere, nicht diagnostizierte Vitamin-D-Mängel erfasst der Rechner nicht.
- Die Schätzung aus dem Mutterwert beruht auf Monatsmitteln, nicht auf Mutter-Kind-Paaren.
- Nach der Geburt kann der Spiegel ohne Vitamin-D-Gabe weiter fallen.
- Schweden gibt Säuglingen Vitamin D ab Geburt. In anderen Ländern kann das Risiko abweichen.
- Nicht signifikante Faktoren zählen nicht. Das Ergebnis ist daher eher vorsichtig.
- Seltene Knochenerkrankungen (z. B. Osteogenesis imperfecta) sind nicht enthalten.
Quelle: Högberg U, Andersson J, Högberg G, Thiblin I. Metabolic bone disease risk factors strongly contributing to long bone and rib fractures during early infancy: A population register study. PLoS One 2018; 13(12): e0208033. PubMed 30566429 · Haggarty P et al. Vitamin D in pregnancy at high latitude in Scotland. Br J Nutr 2013; 109(5): 898–905. PubMed 23168244 · Besprechung: Die Knochenbrüchigkeit im 1. Lebensjahr hat Risikofaktoren
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