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Lars und Dr. Raimund Helden stellen sich den folgenden Fragen zum Vitamin D:
- Warum sagt der ARD-Faktenfinder, es gebe keinen Vitamin-D-Mangel – obwohl Ärzte täglich niedrige Werte sehen?
- Warum ist Vitamin D eher ein Hormon als ein klassisches Vitamin?
- Welche spürbaren Effekte kann ein ausgeglichener Vitamin-D-Spiegel zeigen?
- Ab welchen Werten beginnt eine Vitamin-D-Intoxikation wird Vitamin D ?
- Schädigt Vitamin D die Nieren – oder ist das ein Mythos?
- Warum reichen 800–1000 IE pro Tag für viele Menschen nicht aus?
- Warum muss Vitamin D nach Körpergewicht und Lebensstil dosiert werden?
- Warum ist der Rat „Gehen Sie erst zum Arzt“ oft realitätsfern?
- Warum halten Behörden an alten Vitamin-D-Empfehlungen fest?
- Was passiert langfristig, wenn ein Vitamin-D-Mangel ignoriert wird?
- Was hat die Stiftung Warentest beim Vitamin D wirklich getestet?
Zitate:
„Vitamin D ist kein Lifestyle-Thema, sondern ein hormoneller Grundschalter unseres Körpers.“
Dr. Raimund von Helden
„Wenn dieses Hormon fehlt, läuft der Mensch im Energiesparmodus.“
Dr. Raimund von Helden
„800 oder 1000 Einheiten sind historische Zahlen – sie haben mit dem heutigen Leben nichts mehr zu tun.“
Dr. Raimund von Helden
„Faktenfinder finden oft nicht die Wahrheit, sondern das passende Narrativ.“
Dr. Raimund von Helden
Mehr dazu:
- Warum 800 bis 1000 Einheiten zu wenig sind?
- Vitamin-D-Intoxikation beim kind und die Folgen
- Vitamin-D-Ziel
- Vitamin-D-Simulator
Lars:
Ich bin heute hier auf der Suche nach Fakten, nach der Wahrheit – zusammen mit Dr. Raimund von Helden. Hallo Herr von Helden.
Dr. Raimund von Helden:
Hallo Lars.
Lars:
Ich habe auf deiner Homepage vitamindservice.de gelesen, dass es einen neuen Artikel vom ARD-Faktenfinder gibt. Darin werden einige Behauptungen aufgestellt. Unter anderem heißt es, Influencer – also auch Menschen wie ich – würden behaupten, Vitamin D sei wichtig, was aber angeblich Quatsch sei. Die Kernaussage ist: Vitamin D bringt nichts. Was sagst du dazu?
Dr. Raimund von Helden:
Hier wird der Zuschauer im Grunde betört und davon abgehalten, selbst zu denken. Genau deshalb gibt es solche Kanäle – damit man auch einmal ein anderes Licht auf die Dinge werfen kann.
Schon der Begriff „Faktenfinder“ ist irreführend. Das kennen wir aus der Corona-Zeit: Es wurden genau die Fakten gefunden, die zu einem gewünschten Narrativ passten.
Ich arbeite täglich in der hausärztlichen Praxis mit realen Patienten. Sie kommen ungefiltert zu mir und schildern ihre Probleme so, wie sie sie erleben. Das sind meine Fakten.
Ein Journalist, der in einem Büro sitzt, hat diesen Bezug nicht. Er wird mit einem bestimmten Narrativ gefüttert – häufig aus Behörden- oder Industriequellen – und dieses wird dann immer wieder reproduziert.
Jahrzehntelang hieß es, Vitamin D habe keine Bedeutung. Dass man heute zumindest einräumt, 1000 Einheiten könnten nicht schaden, ist bereits ein Fortschritt. Vitamin D ist eine Art Speerspitze, weil man hier besonders viel erreichen kann.
Lars:
Der Faktenfinder behauptet außerdem, es gäbe keinen flächendeckenden Vitamin-D-Mangel. Die weitverbreitete Aussage, fast alle Menschen hätten im Winter einen Mangel, sei wissenschaftlich nicht belegt. Was sagst du dazu?
Dr. Raimund von Helden:
Diese Aussage blendet die klinische Realität völlig aus. Vitamin D ist kein klassisches Vitamin, sondern ein steroidales Hormon – vergleichbar mit Testosteron, Cortison oder Östrogen.
Alle diese Hormone wirken schnell. Wenn sie fehlen, fühlt sich der Mensch erschöpft, antriebslos und nicht leistungsfähig.
Vitamin D ist der Hauptschalter der Natur:
Im Winter bedeutet das Rückzug und Energiesparen,
im Sommer Aktivität, Leistungsfähigkeit und Fortpflanzung.
Diese Zusammenhänge sind wissenschaftlich gut beschrieben.
Lars:
Der Faktenfinder warnt auch davor, dass hohe Dosen Vitamin D schädlich sein können – Stichwort Hyperkalzämie und Nierenschäden. Ist das ein Fakt?
Dr. Raimund von Helden:
Das ist eine rhetorische Wahrheit. So ähnlich wie zu sagen: „Hohe Geschwindigkeit kann tödlich sein.“ Ja, theoretisch stimmt das – praktisch ist es bei vernünftiger Anwendung irrelevant.
Ich stelle jedes Jahr rund 1000 Menschen neu auf Vitamin D ein. In unserer Apotheke ist es eines der häufigsten Rezepte. Die Menschen kommen, weil sie positive Effekte erleben.
Es gibt eine bekannte Intoxikationsstudie: Ein Hersteller hatte versehentlich statt 1000 Einheiten vier Millionen Einheiten pro Tablette produziert. Kinder erreichten Blutspiegel von 200 bis über 1000 ng/ml.
Ja – dabei kam es zu Hyperkalzämie und erhöhten Kreatininwerten.
Aber: Alle Kinder haben sich vollständig erholt. Kein einziges hatte bleibende Nierenschäden.
Das zeigt: Eine Intoxikation ist möglich – aber erst bei extremen Dosierungen, nicht bei normaler Anwendung.
Lars:
Der Faktenfinder empfiehlt außerdem, Vitamin D nur nach Rücksprache mit einem Arzt einzunehmen, weil die meisten Menschen es gar nicht bräuchten.
Dr. Raimund von Helden:
Das ist realitätsfern. Vitamine und Nährstoffe sind zur freien Verwendung zugelassen. Natürlich kann man Unsinn damit machen – genauso wie mit Wasser.
Fünf Liter Wasser auf einmal können tödlich sein, trotzdem wird Wasser nicht reglementiert.
Gleichzeitig heißt es von offizieller Seite: „Vitaminversorgung ist Privatsache.“
Aber sobald Menschen Verantwortung übernehmen, heißt es plötzlich: „Das darf nur der Arzt entscheiden.“
Im Winter kommen 30 Patienten am Vormittag in eine Praxis – 29 davon mit dem Gefühl, einen schlechten Vitamin-D-Spiegel zu haben. Das ist für Praxen kaum leistbar.
Die Lösung ist einfach: Wer Risikofaktoren hat, kontrolliert Calcium und Kreatinin. Das kostet wenige Euro.
Lars:
Kommen wir zur Dosierung. Der Faktenfinder sagt: 800 internationale Einheiten reichen aus. Ich wiege etwa 100 kg – was soll ich denn nehmen?
Dr. Raimund von Helden:
Die Empfehlung von 800–1000 IE stammt aus den 1950er- und 60er-Jahren. Damals waren die Menschen viel im Freien. Heute sitzen wir vor Bildschirmen.
Mit 1000 IE steigt der Spiegel im Winter vielleicht von 10 auf 13 ng/ml – das ist praktisch wirkungslos.
Dosierung muss sich am Körpergewicht orientieren. Das ist wie bei Alkohol:
Drei Gläser wirken bei einer 50-kg-Person völlig anders als bei einer 120-kg-Person.
Deshalb habe ich den Vitamin-D-Simulator entwickelt. Damit kann jeder individuell berechnen, welche Dosis nötig ist, um einen wirksamen Spiegel zu erreichen.
Lars:
Warum halten Behörden trotzdem an diesen niedrigen Empfehlungen fest?
Dr. Raimund von Helden:
Weil ein Eingeständnis bedeuten würde, jahrzehntelang falsch gelegen zu haben – und Verantwortung für vermeidbare Erkrankungen zu tragen.
Behörden orientieren sich an Mindestversorgung, nicht an Wohlbefinden oder Krankheitsprävention.
Unter einem Spiegel von etwa 30 ng/ml steigt die Sterblichkeit deutlich an. Dazu haben wir auch publiziert.
Lars:
Zum Abschluss: Wie sollte man mit Faktenfindern umgehen?
Dr. Raimund von Helden:
Alles, was „Fakten“ oder „Wahrheit“ im Titel trägt, sollte man besonders kritisch lesen. Viele Institutionen testen nicht die Wirkung, sondern nur Formalien.
Ich stehe täglich den realen Erfahrungen gegenüber – und gebe den Menschen Werkzeuge an die Hand, mit denen sie sich sicher selbst steuern können.
... Privat-Institut-VitaminDelta