Verhindert Sport das Sinken des Vitamin-D-Spiegels ? - Widerlegung der Studie aus BATH, GB

Dr. med. Raimund von Helden, Verbraucherberatung Privat-Institut VitaminDelta, 57368 Lennestadt referiert die Studie von BARANAUSKAS aus BATH, GROSSBRITANNIEN mit einer im Design optimierten Grafik aus dieser Original-Studie.

2026-02-19

1) Fragestellung

  • Über den britischen Winter wurden zwei Gruppen beobachtet.
  • Die eine sollte 10 Wochen Cardio-Sport machen, die andere nicht.
  • Die Autoren schreiben, dass Sport den Rückgang des Vitamin D vermindert hätte, dies wurde auch im Beitrag des Sonnenallianz übernommen.
  • Wir haben die Studie unter die Lupe genommen und stellen hier die Widerlegung der BATH-Hyppthese vor.

2) Methode

  • Dauer: 10 Wochen
  • Im Winter
  • Randomisierung
  • n =  20 Kontroll-Gruppe
  • n = 26 Sport-Gruppe
  • keine Zufuhr von Vitamin D 
  • 10 Wochen "Indoor-Kardio-Sport"
  • keine konkreten Leistungsvorgaben.
  • Figure 1: 6 Grafiken Vitamin D Metabolismus
  • Figure 2: 13 Grafiken Vitamin D Metabolismus
  • Figure 3: 28 Grafiken Vitamin D Gen-Regulation
  • Figure 5: 13 Grafiken Vitamin D Interaktionen
  • 20 Seiten Publikation
  • Die beiden Gruppen zeigen zu Beginn beim Vitamin-D-Spiegel eine erhebliche Streuung von ca 7 bis 40 ng/ml 

3) Ergebnisse

Figure 3a: - der Rückgang des Vitamin-D-Spiegels

  • Der Vitamin-D-Spiegel sinkt ab.
  • Der Rückgang beim Vitamin-D-Spiegel betrifft gleichermaßen die Sport- und die Kontrollgruppe.
  • In der Kontrollgruppe: Abfall durchschnittlich 5,6 ng/ml
  • In der Sport-Gruppe: durchschnittlich um 3,3 ng/ml 
  • Der Unterschied war also 5,6-3,3=2,3 ng/ml
  • Bei einem Kollektiv von 7 - 40 ng/ml ( 40-7=33 ) Streuung 33 ng/ml sind das nur 3,3/33=0,1 also 10 %
  • Kontrollgruppe.von ca 21 auf 15 ng/ml rückläufig. 
  • Sport-Gruppe von ca 19 ng/ml auf ca 16 ng/ml rückläufig.
  • Der etwa gleichartige Rückgang ist in der von uns bearbeiteten Grafik zu erkennen.

Figure 2b (unten rechts mit Fragezeichen) - das aktive Vitamin D 

  • Die Darstellung erscheint fehlerhaft:
  • Entsprechend zum blauen Kasten links müsste rechts ein Kasten in Orange abgebildet sein.
  • Die Sport-Gruppe (rechts) hat vermutlich höhere Spiegel des aktiven Vitamin D.
  • Sport steigert das aktive Vitamin D.

4) Folgerungen

Unsere Kurzfassung zur Studie:

  • In dieser Studie war Sport war die einzige Intervention.
  • Allerdings gab es kleine klare Vorgabe für Zeiten und Ausmaß der sportlichen Aktivität.
  • Die Autoren legen eine Fülle von grafisch aufbereiteten Daten vor.
  • Sie fokussieren in ihrem Titel auf den Rückgang des Vitamin-D-Spiegels:
  • Übersetzter Titel: "Bewegung ohne Gewichtsverlust verhindert den saisonalen Rückgang von Vitamin-D-Metaboliten: die randomisierte kontrollierte VitaDEx-Studie"
  • Der Rückgang beim Vitamin D sei in der Sportgruppe geringer.
  • Der Blick auf die hier wiedergegebene Grafik kann das nicht bestätigen.
  • Die erkennbare Absenkung im blauen und orange-farbigen Bereich sind angesichts der Streuung ohne jeden eindrucksvollen Unterschied.

Kritik:

  • Die von den Autoren reklamierte "verringerte Absenkung des Vitamin-D-Spiegel" für die Sport-Gruppe ist nicht plausibel belegt.
  • Auch fehlt es dieser Hypothese an Logik:
  • Durch Sport wird mehr Vitamin D aktiviert und dadurch verbraucht, wenn auch langsam.
  • Wenn Vitamin D verbraucht wird, dann müsste am Ende der Studie in der Sport-Gruppe der Vitamin-D-Spiegel stärker gefallen sein.
  • So ist auch für die Sport-Gruppe ein gestiegener Wert des aktiven Vitamin D ausgewiesen, was für einen verstärkten Verbrauch spricht.

Grafik-Fehler:

  • Leider ist die Grafik "Figure 2b" zum aktiven Vitamin D unbrauchbar.
  • Sie deutet zwar einen Sport-bedingten Anstieg des aktiven Vitamin D an ("1.25-OH-D3").
  • Doch es fehlt der Orange-Farbige Block der Standardabweichung.
  • Die vertikalen Linien beschreiben nur das Intervall Extremwerte.

Das bekannte Lied der unkontrollierten Einflüsse

  • Zudem leidet diese Studie wie alle Studien zum Vitamin D darunter, dass die Zufuhr von Vitamin D nicht perfekt kontrollierbar ist.
  • Der Konsum von Eiern und Fisch ist bei aktiven Sportlern sehr beliebt und könnte hier den Vitamin-D-Spiegel einige Punkte verschieben.
  • Die "Stabilität" des Vitamin-D-Spiegels bei "hungrigen" Sportlern könnte mit einem erhöhten Konsum von Eiern und Fisch bereits erklärt sein.
  • Die ganze Srudie spielt sich mit ihren Mittelwerten im Bereich von 15 - 20 ng/ml ab, ein Bereich der sehr sensibel für Einflüsse ist.

Ausblick:

  • Vielleicht unternimmt das Team an der Universität von Bath (GB) einmal eine derart aufwendige Studie mit einer klaren Differenz von zwei Gruppen.
  • So wäre es von Interesse, die Auswirkungen von einem Anstieg des Vitamin-D-Spiegel von 50 ng/ml zu beurteilen.
  • Für diesen Zweck eignet sich der www.VitaminDSimulator.de ®  unabhängig vom Körpergewicht.
  • Es wurde mit dieser Studie bislang nur gezeigt, dass der Vitamin-D-Spiegel im Winter sinkt, das ist nm.E. für diesen großen Aufwand zu wenig.

Urteil:
Die im Titel enthaltene Hypothese ("Bewegung verhindert den saisonalen Vitamin-D-Abfall") ist unbegründet und unlogisch.

Besser:

  • Ein Vitamin-D-Spiegel unter 40 ng/ml sollte nicht geduldet und "10 Wochen lang" beobachtet werden, weil eine erhöhte Mortalität damit verbunden ist.
  • Stattdessen ist eine Sanierung mit einem Zielwert von 50 - 100 ng/ml zu empfehlen, weil sich eine verminderte Mortalität zeigt.
  • Sportler sollten insbesondere bei intensivem Training mehr Vitamin D zu sich nehmen, weil die Aktivierung Vitamin D verbraucht.
  • Mit diesen Empfehlungen fahren wir besser, als mit dem Glauben an einen angeblich durch Sport "um 3,3 ng/ml" "verminderten" Rückgang.
  • Sport hat seine Bedeutung nicht im verminderten Rückgang des Vitamin-D-Spiegels, sondern in der Aktivierung des Vitamin-D-Spiegels.
  • Mehr dazu: www.vitaminDNatur.de

Quellenangaben

Baranauskas, M. N., Otto, A. D., Hansen, K. E., Bell, C., Braunreiter, K. M., McDaniel, J. L., Fahrmann, J., Edison, M., Tang, R. H., Bullock, K. M., Ledermann, T., & Swerdlow, R. H. (2025). Exercise without weight loss prevents seasonal decline in vitamin D metabolites: The VitaDEx randomized controlled trial. Advanced Science, 22, e16312.

https://doi.org/10.1002/advs.202416312

Referat der Sonnenallianz:
"
Wie Bewegung den saisonalen Abfall von Vitamin D verhindert: Erkenntnisse aus der VitaDEx-Studie"
https://sonnenallianz.dsgip.de/2026/02/19/vitamin-d-bremst-fruehe-ms-akt...

ZITAT aus der ORIGINALARBEIT: Abstract
ZITAT ANFANG: (übersetzt, Layout bearbeitet)

  • Viele Erwachsene werden im Winter in nördlichen Breitengraden Vitamin-D-defizient oder -insuffizient, wenn keine Vitamin-D-Synthese in der Haut stattfindet.
  • Vitamin D reichert sich im Fettgewebe an, und Menschen mit Übergewicht oder Adipositas haben mit höherer Wahrscheinlichkeit niedrige systemische Vitamin-D-Spiegel.
  • Diese randomisierte kontrollierte Studie zeigt, dass regelmäßige körperliche Aktivität die Serumkonzentrationen des aktiven Vitamin-D-Metaboliten 1,25(OH)₂D₃ über den Winter vollständig aufrechterhält ...
  • ...und den Rückgang des 25(OH)D-Status bei übergewichtigen Männern und Frauen abschwächen kann – selbst ohne Gewichtsverlust.
  • Die Bindung von 1,25(OH)₂D₃ an den Vitamin-D-Rezeptor vermittelt die entscheidende Rolle von Vitamin D für die gesunde Funktion mehrerer Organsysteme, ...
  • ... und eine Vitamin-D-Supplementierung hat keinen Einfluss auf die zirkulierenden 1,25(OH)₂D₃-Konzentrationen.
  • Somit liefert die VitaDEx-Studie kausale Evidenz dafür, dass Bewegung eine wichtige Rolle im Vitamin-D-Stoffwechsel spielt, die sich von den Effekten einer oralen Supplementierung unterscheidet.

ZITAT ENDE.

Wie war "Sport" definiert?

"Der Trainingsgruppe wurden über 10 Wochen vier kardiovaskuläre Trainingseinheiten pro Woche in Innenräumen verordnet, während die Teilnehmenden der Kontrollgruppe gebeten wurden, ihren gewohnten Lebensstil beizubehalten."

BATH, GB (Dr. von Helden ergänzt)
Mit der englischen Stadt Bath verbinden mich schöne Erinnerungen:
Der Name begründete etymologisch das Wort "Bad", denn seit der Römerzeit werden dort natürliche warme Quellen für Heilzwecke genutzt.
Eine preisgekrönte Ausstellung erlaubt auch heute noch die Besichtigung der historischen Thermen.
Ein schöner Ort, der auch bei Regentagen genug für eine Reise zu bieten hat.
Alle Städte mit dem Namen "Bad XY" beziehen sich daher auf diesen Ort mit seinen Thermalquellen!

 




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